Bisher sind die Sojasorten, die mit dem deutschen Klima zurechtkommen, überschaubar. Vor allem muss das geerntete Produkt den Qualitätsansprüchen für die Tofu- oder Futtermittelproduktion genügen. Diesem Problem wollen die Wissenschaftler der Universität Hohenheim und des Julius Kühn-Institutes (JKI) Abhilfe schaffen. Darüber hinaus arbeiten sie an einem Schnelltest für Krankheitserreger. Mit knapp 390.000 Euro fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Vorhaben.

Genbank als wichtige Quelle


In dem Projekt SojaGenoPath durchsuchen die Wissenschaftler unter anderem Genbanken nach kältetolerantem Soja. Benötigt werden Pflanzen, die im Herbst zuverlässig reifen und die bei Temperaturen unter 10 Grad nicht die Blüten abwerfen. Darüber hinaus steht auch die Qualität im Visier. Da in Deutschland die Verbraucher festen Tofu bevorzugen, wird nach entsprechenden Merkmalen selektiert. Dazu kooperieren die Forscher mit dem Tofu-Werk der Firma Taifun. Das Unternehmen hatte unter anderem Hobbygärtner für ein Soja-Experiment angeworben.

Ein weiteres wichtiges Forschungsfeld ist der Pflanzenschutz. Laut Auskunft der Universität Hohenheim liegen bisher nur wenige Erfahrungen dazu vor. Entwickelt werden soll ein Schnelltest, mit dem man die Krankheitserreger nachweisen kann.

Internationales Jahr der Hülsenfrüchte

Das Jahr 2016 haben die Vereinten Nationen zum Jahr der Hülsenfrüchte erklärt. Leguminosen wie Linsen, Bohnen, Erbsen oder Sojabohnen sind eine wichtige Quelle von pflanzlichen Proteinen und Aminosäuren für Menschen und Tiere. Der Sojaanbau in Deutschland stellt aber immer noch eine Nische dar. 80 Prozent des Bedarfs decken Importe ab. Landwirte in Deutschland haben vergangenes Jahr über 17.000 Hektar Soja angebaut. Das sind rund 7.000 mehr als im Jahr zuvor. (az)


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