Neue Wege der Studienfinanzierung beschreitet das jetzt beschlossene bundesweite Stipendienprogramm. Begabte Studenten können sich ab sofort um eine Unterstützung von 300 Euro monatlich bei ihrer Universität oder Hochschule bewerben. Die Hälfte der Mittel finanziert der Staat aus der Bundeskasse. Die restlichen 150 Euro werben die Hochschulen in Eigeninitiative bei Sponsoren ein. Befürworter des Stipendienprogramms sehen für viele stiftenden Unternehmen die Chance, interessante Nachwuchskräfte frühzeitig kennenzulernen. Kritiker bemängeln, dass bei Stipendienvergabe das Einkommen der Eltern keine Rolle spielt. In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits ein Stipendienkonzept. Das halb öffentlich, halb privat finanzierte Programm existiert dort seit dem Wintersemester 2009/2010.

Auf ein höheres Bafög müssen Studenten und Schüler dagegen vorerst warten. Bund und Länder können sich nicht über die Verteilung der Kosten einigen. Das Bafög wird abhängig vom Elterneinkommen gezahlt. Die Fördersätze sollen um zwei Prozent steigen, die Elternfreibeträge um drei Prozent. Die Länder fordern, dass der Bund wie beim Stipendienprogramm die Kosten komplett übernimmt. (az)
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