Blick in die Pflanzenzelle

Stress ändert Energiefluss

Die Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, China, England und Dänemark haben ATP im lebenden Organismus mit Hilfe eines fluoreszierenden Proteins sichtbar gemacht. „Mit dieser Technologie wird es möglich, in Echtzeit zu verfolgen, wo wieviel ATP in lebenden Pflanzen vorliegt“, sagt Autorin Valentina De Col von der Universität Udine (Italien). Bisher wurden Pflanzenteile pulversisiert, um deren ATP-Gehalt zu messen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie könnten Hinweise für die Züchtung resistenterer Sorten geben. Die Forscher konnten herausfinden, dass ATP häufiger im grünen Blatt als in den Wurzeln vorkommt, wenn die Pflanze normal mit Wasser, Luft und Licht versorgt ist.

Aber wie reagiert das ATP in gestressten Pflanzen? Beispielsweise wenn Sauerstoff fehlt. Um diese Frage zu beantworten, setzten die Wissenschaftler ihre Versuchskeimlinge der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) unter Wasser. Die Produktion von ATP kam nicht sofort zum Erliegen, sondern verringerte sich stufenweise. Die Wissenschaftler schlie0en daraus, dass es unterschiedliche Anpassungsprozesse geben müsse, mit der die Pflanze versucht, sich gegen den Sauerstoffmangel zu wappnen. Sie versucht ihren Energiehaushalt aufrechtzuerhalten. Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, ob sich diese Schutzprogramme stimulieren lassen, um neue Pflanzensorten zu züchten, die besser mit Stress zurechtkommen. Die Arbeit wurde im Journal "eLIFE" veröffentlicht. (has)
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