Milchverarbeitung

Strom und Wasser effizienter nutzen

Dass die Milchindustrie zur Schonung der Ressourcen beitragen kann, wollen Wissenschaftler im EU-Projekt EnReMilk zeigen. 30 Prozent Wasser und 20 Prozent Energie könnten eingespart werden, wenn man die Prozessabläufe ändert, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung der Universität Hohenheim. Am Hohenheimer Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie starten jetzt die ersten Versuche. Die Hochschule erhält aus dem EU-Projekt mehr als 500.000 €.
 
Die Molkereibranche ist durch einen hohen Wasser- und Energiebedarf gekennzeichnet: Für jede Tonne verarbeiteter Milch benötigt man bis zu 6,47 Megawattstunden Strom und 60 Kubikmeter Wasser, heißt es von Seiten der Universität Hohenheim. „Betrachtet man die gesamte Prozesskette, ergibt sich bei der Produktion von Milcherzeugnissen ein gewaltiges Einsparpotenzial“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Jörg Hinrichs.
 
Um den Energie- und den Wassereinsatz zu optimieren, betrachten die Forscher zwei typische Produktionsprozesse: die Milchpulver- und die Mozzarella-Produktion. Eine Möglichkeit zur Energieeinsparung könnte zum Beispiel die Verwendung von überhitztem Dampf statt Luft zur Trocknung von Milchpulver darstellen. Zur Wassereinsparung betrachten die Forscher unter anderem die Verschaltung von Wasserströmen: Trinkwasser solle nur dort zum Einsatz kommen, wo es wirklich nötig ist.
 
Eine Mozzarella-Pilotanlage steht bereits, und auch für die Milchpulver-Produktion wurden die Anlagenmodifikationen durchgeführt. (kbo)
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