Ein Studien- oder Praktikumsaufenthalt im Ausland ist heute weit verbreitet. Eine neue Studie zeigt, welche Auswirkungen das auf die Karriere hat.

Sind Studierende, die einen Teil ihres Studiums im Ausland verbringen, später beruflich erfolgreicher? Dieser zentralen Frage ist der Hochschulforscher Nicolai Netz anhand von Daten aus den Absolventenpanels des HIS-Instituts für Hochschulforschung in Hannover nachgegangen. In der Untersuchung „Studienbezogene Auslandsmobilität und Berufsverbleib von Hochschulabsolventen" kommt er zu dem Ergebnis, dass sich Hochschulabsolventen, die im Rahmen ihres Studiums einen Auslandsaufenthalt absolviert haben, tatsächlich von ihren Kommilitonen, die nicht im Ausland waren, unterscheiden.

Unter anderem sind sie nach Abschluss des Studiums häufiger im Ausland berufstätig. So sind fünf Jahre nach dem Examen anteilig etwa dreimal so viele Absolventen mit studienbezogener Auslandserfahrung im Ausland beschäftigt wie Absolventen ohne Erfahrungen im Ausland. Zudem schätzen Absolventen, die während ihres Studiums im Ausland waren, ihre Fremdsprachenkenntnisse und ihre Kenntnisse fremder Kulturen deutlich höher ein als Absolventen ohne Auslandsaufenthalt und wenden diese in ihrem Berufsalltag häufiger an.

Keine Unterschiede lassen sich hingegen mit Blick auf das Arbeitslosigkeitsrisiko feststellen. Einen geringen Einfluss hat Auslandserfahrung zudem auf das Einkommensniveau. Studienbezogene Auslandserfahrung ist vor allem dann mit einem höheren Einkommen verbunden, wenn Absolventen in einem international ausgerichteten Unternehmen tätig sind. In solchen Unternehmen haben auslandserfahrene Absolventen ein um etwa 7 Prozent höheres Brutto-Jahreseinkommen als Absolventen ohne Auslandserfahrung. (az)
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