Studierenden fehlt Zeit zum Nachdenken

Der Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Horst Hippler, kritisiert die Verschulung der Studiengänge. Die studentische Freiheit komme bei der Umsetzung der Bologna-Reform zu kurz, meint der neue Chef der Vereinigung der deutschen Hochschulen. Die Hochschulen hätten die Aufgabe, die Studierenden zu Persönlichkeiten zu erziehen, die mit ihrem Wissen auch Verantwortung übernehmen könnten. Dazu gehöre, dass man mindestens fünf Jahre studiere. Der „Jugendwahn" mit der Einführung kurzer Bachelor-Studiengänge sei ein Fehler gewesen. Denn heute merkten die Unternehmen, dass sie die erfahrenen „Älteren“ brauchen, erklärt Hippler.

Zur Diskussion stehen nach Auffassung Hipplers, der Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist, die Studiendauer, mehr Masterstudienplätze an den Universitäten und eine verstärkte finanzielle Beteiligung des Bundes. Das KIT ist Mitglied des Universitätenverbundes TU9. Diese neun Technischen Universitäten erklärten im Sommer 2010 ihre Rückkehr zum alten Hochschulabschluss Diplom in den Ingenieurfächern. (kbo)
stats