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Mit der „Geochemical Mapping of Agriculturar and Grazing Land Soil“ (Gemas) liegt erstmals ein Atlas vor, in dem die Elementgehalte aller Landwirtschaftsböden in Europa dargestellt werden. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat dabei mit Wissenschaftler von 60 Instituten aus 33 europäischen Ländern zusammengearbeitet. Über 4000 Acker- und Grünlandproben wurden genommen und auf die Gehalte von mehr als 50 Elementen analysiert.

Die Wissenschaftler haben mit ihren Ergebnissen einen scharfen Bruch in den gemessenen Elementgehalten entlang der südlichen Grenze der letzten Vereisung nachgewiesen. So enthalten die landwirtschaftlich genutzten Böden Südeuropas zwei- bis dreimal höhere Spurenelemente (z.B. Arsen, Kobalt, Gold, Kupfer, Lithium, Mangan, Nickel) als in den jungen Böden Nordeuropas. Die südeuropäischen Böden sind in der Regel älter und intensiver verwittert.

In den Böden Mittel- und Osteuropas haben die Wissenschaftler durchschnittlich höhere Gehalte von Zirkonium (Zr) gemessen. Dies ist auf eine größere Lößverbreitung - als bisher angenommen - zurückzuführen.

Ungewöhnlich hohe Metallkonzentrationen treten in den europäischen Landwirtschaftsböden in der Nähe von bekannten Erzlagerstätten auf. Auch in der Nähe von einzelnen Großstädten wie z.B. London, Paris, Kiew oder Rotterdam wurden erhöhte Konzentrationen an Quecksilber, Blei, Silber und Gold festgestellt. Diese sind aber vom Menschen, z.B. durch Industrie und Verkehr hervorgerufen.

Mit dieser geochemischen Kartierung der Acker- und Weidelandböden in dem Gemas-Atlas liegen nun erstmals Hintergrundwerte für die Risikobewertung der europäischen Landwirtschaftsböden vor.

Der „GEMAS-Atlas von Europa“ liegt in zwei Bänden vor. (az)
http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Boden/Projekte/Ressourcenbewertung_und_management_laufend/Geochemische_Kartierung_GEMAS/GEMAS.html
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