Stockmeyer Wissenschaftspreis

Tierwohl kann man messen


Über Haltungssysteme für Nutztiere wird viel diskutiert. Doch geht es den Tieren, die mehr Platz und Beschäftigungsmaterial haben, tatsächlich besser? Dr. Shana Bergmann, Dr. Elke Rauch, Christine Westermaier und Katharina Wilutzky von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sind dieser Frage am Beispiel von Masthühnern nachgegangen und haben dafür den mit 10.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Heinrich-Stockmeyer-Stiftung erhalten, teilt der Geflügelfleischproduzent Wiesenhof mit. Die Wissenschaftlerinnen untersuchten und verglichen über einen Zeitraum von zwei Jahren die konventionelle Hähnchenhaltung mit der Aufzucht von Privathof-Geflügel bei Wiesenhof.

Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Hähnchen, die unter Privathof-Bedingungen aufgezogen werden, weitaus aktiver sind als die Hähnchen aus konventioneller Haltung. Fast 90 Prozent der Tiere hatten am Ende der Aufzucht eine agile Gangart. Auch bei der Fußballengesundheit zeigten die Privathofhähnchen keine oder nur milde Ausprägungsgrade von Veränderungen. Auf die Tiergesundheit wirkte sich auch der Einsatz des Beschäftigungsmaterials positiv aus: Insbesondere die Picksteine und Strohballen wurden intensiv von den Tieren genutzt. Den Wintergarten besuchten die Tiere bei gutem Wetter häufig.

Insgesamt sind die erzielten wissenschaftlichen Ergebnisse sowohl hinsichtlich Tiergesundheit als auch hinsichtlich Tierverhalten sehr positiv zu bewerten. „Mit der bei Privathof-Geflügel eingesetzten Besatzdichte und den angebotenen Ressourcen Sitzstangen, Strohballen und Picksteinen ist sowohl eine tierschutzgerechte als auch wirtschaftliche und verbraucherfreundliche Masthühnerhaltung möglich“, erklären Dr. Elke Rauch und Dr. Shana Bergmann. (SB)
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