Nutztierhaltung

Tierwohl und Umweltschutz vereinen


Beispiele und weiteren Handlungsbedarf präsentierten Wissenschaftler am gestrigen Mittwoch zum Abschluss der 13. Internationalen Tagung „Bau, Technik und Umwelt in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung“ (BTU) an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

BTU-Tagung
Die BTU-Tagung findet alle zwei Jahre statt und ist eine gemeinsame Veranstaltung des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (www.ktbl.de), der Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik im Verein Deutscher Ingenieure (VDI-MEG) (www.vdi.de), der European Society of Agricultural Engineers (www.eurageng.eu) und der Universität Hohenheim. Dort werden aktuelle Forschungsergebnisse und Fragestellungen der Nutztierhaltung in den Bereichen Tiergerechte Haltung, Umweltschutz und Verbraucherakzeptanz diskutiert sowie auch neue marktnahe Produkte bewertet.

Alles unter einen Hut bringen

„Der Trend geht zu frei gelüfteten Ställen“, erläuterte Prof. Dr. Thomas Jungbluth, Agrartechniker vom Fachgebiet Verfahrenstechnik der Tierhaltungssysteme an der Universität Hohenheim das Spannungsfeld, in dem sich die Forschung derzeit bewegt. „Das ist für die Tiere angenehmer als die herkömmliche Ventilatorlüftung.“ Dagegen wehren würden sich wiederum Anwohner, die den Stallgeruch nicht mehr akzeptieren wollen, und die Emissionen seien umweltschutzrechtlich relevant, so Jungbluth weiter. "Wir brauchen zur Lösung dieser Zielkonflikte daher Haltungssysteme und bauliche Lösungen, die Tierwohl, Umweltschutz und Verbraucherakzeptanz unter einen Hut bringen.“

Das Projekt „Label fit“ sei dafür ein Beispiel. „Der Tierschutzbund setzte mit seinem Tierschutzlabel neue Maßstäbe auch für die Verbraucher“, so Prof. Dr. Jungbluth. „Wir entwickeln und bewerten in dem Pilotprojekt tier- und umweltgerechte Haltungssysteme für Schweine und beraten Bauern, die ihre Anlagen modernisieren möchten.“

Prof. Dr. Nicole Kemper von der Tierärztlichen Hochschule Hannover ging auf tiergerechte Nutztierhaltung ein. Dabei sei Tiergesundheit nicht gleich Wohlbefinden. So könne organisches Beschäftigungsmaterial dem Wohlbefinden von Schweinen sehr förderlich sein, allerdings können anhaftende Pilzgifte die Tiergesundheit beeinträchtigen.

Wer  mehr über die konkreten Tagungsergebnisse erfahren möchte, kann sie im Tagungsband  nachlesen, der im Nachgang der Veranstaltung veröffentlicht wird. (mrs)
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