Das Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei gewinnt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Forschung. Sein Aquaponiksystem gilt als besonders klimafreundlich.
 
Im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises vergab das Bundesbildungsministerium erstmals in Düsseldorf eine Auszeichnung für herausragende Forschungsprojekte zu den Themen Klima, Energie, Ressourcen und Umwelttechnologie.
 
Das Aquaponiksystem, griffig „Tomatenfisch“ genannt, konnte die Jury überzeugen. Es kombiniert die Fisch- mit der Gemüseproduktion auf eine besonders ressourcenschonende Weise. Das vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) entwickelte Verfahren verbraucht nur sehr wenig Wasser und macht das im Fischkreislauf entstandene Nitrat und andere Nährstoffe als Pflanzendünger nutzbar.
 
Die einzusetzenden Ressourcen werden durch eine mehrfache Nutzung maximal geschont. So können beispielsweise mit 220 Liter Wasser 1 kg Fisch und 1,6 kg Tomaten produziert werden. In herkömmlichen geschlossenen Fischkreislaufanlagen werden nach Angaben des IGB 600 bis 1.000 Liter Wasser eingesetzt, um 1 kg Fisch zu erhalten, und etwa 1.000 Liter Wasser, um 1,6 kg Tomaten zu züchten. Die Aquaponik eignet sich besonders in trockenen Gebieten oder aber in unseren Breitengraden in Kombination mit Biogasanlagen und Blockheizkraftwerken. (az)
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