Anspruch

Uni Kassel treibt Ökozüchtung voran

Biozüchter erhalten künftig Unterstützung von einem neuen Fachgebiet der Universität Kassel. „Ökologische Landwirtschaft strebt nicht nur mehr Sortenvielfalt, sondern auch eine höhere genetische Variation innerhalb der Sorten an", erklärt Prof. Gunter Backes, Leiter des Fachgebiets „Ökologische Pflanzenzüchtung und Agrarbiodiversität". Eine höhere Diversität innerhalb einer Sorte könne seiner Meinung nach begünstigen, dass die Pflanzen langfristig widerstandsfähiger werden und sich besser an geografische und klimatische Schwankungen anpassen.

Dass die ökologische Landwirtschaft genetische Vielfalt stärker fördert als die konventionelle, liegt laut Backes an den unterschiedlichen Züchtungszielen und -methoden. „Konventionelle Landwirtschaft schafft für die Pflanze eine künstliche und reduzierte Umwelt", argumentiert er.

Backes arbeitet nach Angaben der Uni zukünftig eng mit Züchtern zusammen. Er wolle sich Problemen widmen, die sich für Biozüchter oder aber konventionelle Züchter ergeben, die für den Ökolandbau arbeiten. So solle sichergestellt werden, dass die Projektergebnisse den Weg in die Praxis finden. Neben der Charakterisierung genetischer Ressourcen will sich der Wissenschaftler zunächst zwei anstehenden Projekten widmen:

Er erforscht, wie man Ackererbsen mithilfe nützlicher Begleitpilze vor Krankheiten schützen kann. Außerdem beschäftigt er sich weiterhin verstärkt mit Getreide - wie etwa mit der Charakterisierung und Nutzung komplexer Weizensorten, berichtet die Uni weiter. (Sz)
stats