In deutschen Schlachthöfen werden auch Weiderinder getötet. Wissenschaftler der Uni Kassel untersuchen eine Methode, die diesen Tieren Stress ersparen soll.

Der Transport in den Schlachthof und das Warten auf den Bolzenschuss verursachen nach Angaben der Universität Kassel gerade bei Weiderindern Stress und Angstzustände.  Wissenschaftler aus dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften untersuchen eine Alternative. 

Bei der Kugelschuss-Methode wird das Rind auf der Weide durch Kopfschuss getötet. Ein speziell geschulter Schütze verwendet ein Jagdgewehr. Das getötete Tier wird noch auf dem Hof entblutet und dann abtransportiert. Zwar ist die Methode unter bestimmten Bedingungen bereits heute erlaubt. Bisher fehlen jedoch eine einheitliche Genehmigungspraxis und wissenschaftliche Daten. Die Kasseler räumen ein, dass die Kugelschuss-Methode die Tötung im Schlachthof nie in vollem Umfang ersetzen werde. Ziel sei es aber, die Akzeptanz vor allem unter Bio-Landwirten und bei den für die Überwachung zuständigen Behörden zu erhöhen.

Bio-Landwirte bekämen auf diese Weise ein zusätzliches Vermarktungsargument. Das Projekt wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit rund 250.000 € gefördert. In einem zweiten Schritt wollen die Wissenschaftler den Einfluss der Methode auf die Fleischqualität untersuchen. (az)

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