Wissenschaftler der Universität Bonn eröffnen ein Forschungszentrum für Milchwirtschaft. Fachübergreifend wird an einer nachhaltigen Produktion gearbeitet. „Das System der Milchwirtschaft ist schon seit Längerem nicht ausbalanciert", sagt Prof. Dr. Wolfgang Büscher, Sprecher des neuen Zentrums für Integrierte Milchwirtschaftliche Forschung an der Universität Bonn (Cidre).
 Die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Milchleistungen könnten für Kühe drastische Folgen haben. Ungleichgewichte führten zu Fett- und Muskelabbau und lösten Krankheiten aus. Ebenso wirke sich die moderne Milchproduktion auf die Umwelt aus.

Forscher aus Agrarwissenschaften, Informatik, Physik, Veterinärmedizin, Ökonomie und Sozialwissenschaften wollen nun gemeinsam daran arbeiten, dem komplexen System der Milchwirtschaft mehr Ausgewogenheit zu verleihen. Dabei sollen die Tiergesundheit und der Umweltschutz mit wirtschaftlichen Aspekten in Einklang gebracht werden. Der Versuchsstall Frankenforst der Universität Bonn liefert dazu das Datenmaterial. Ebenso besteht eine Kooperation mit der Universität Halle-Wittenberg, die das Verhalten der Tiere analysiert. Cidre will darüber hinaus den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern, unter anderem in der Theodor-Brinkmann-Graduiertenschule und über eine interdisziplinäre Sommerschule. (az)
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