Die Mehrheit der Unternehmen ist zufrieden mit den neuen Studienabschlüssen Bachelor und Master. Viele Betriebe bemängeln aber, dass Hochschulabsolventen ihr erlerntes Wissen nur unzureichend im Berufsalltag anwenden können. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter mehr als 2.000 Betrieben. Rund zwei Drittel der Unternehmen bewerten die Absolventen der neuen Master- und Bachlor-Studiengänge positiv. Sie erwarten von Hochschulabsolventen vor allem Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, selbstständiges Arbeiten sowie Kommunikations- und Teamfähigkeit. Fachwissen wird zwar ebenfalls als wichtig eingestuft, allerdings nach dem Studienabschluss als selbstverständlich vorausgesetzt. Auslandserfahrung und das Einhalten der Regelstudienzeit spielen hingegen keine entscheidende Rolle für die Mehrheit der Unternehmen. 

Ein Drittel der Unternehmen trennt sich nach Ablauf der Probezeit wieder von Berufseinsteigern. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam der DIHK bereits in einer Umfrage aus dem Jahr 2007. Vor allem die unzureichende Umsetzung der fachlichen Kenntnisse wird als Grund für die Trennung genannt. Insgesamt berichten 41 Prozent der Unternehmen von Problemen bei der Stellenbesetzung mit Hochschulabsolventen. Das ist ein Zuwachs von 25 Prozent gegenüber der Umfrage aus dem Jahr 2007. Jedes sechste Unternehmen gab an, dass ihnen geeignete Bewerber fehlten. Viele Unternehmen wünschen sich mehr Angebote von Hochschulen zu den Dualen Studiengängen, die ein Hochschulstudium mit einer beruflichen Ausbildung verknüpfen. Ein Viertel der befragten Betriebe plant, in Zukunft ihre Mitarbeiter vermehrt über diesen Ausbildungsweg zu qualifizieren.

Die vom DIHK befragten Unternehmen zählten zu etwa 80 Prozent zu den kleineren und mittleren Untenehmen. Etwa 20 Prozent beschäftigen mehr als 500 Mitarbeiter. (az)
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