Die verschiedenen Formen urbaner Landwirtschaft zu analysieren, ist das Ziel des Projektes „UrbanFood-Plus", das von der Universität Kassel und der Ruhr-Universität Bochum koordiniert wird.

Agrarwissenschaftler und Bodenkundler entwickeln gemeinsam mit Ökonomen, Ingenieuren sowie Ethnologen Ansätze, um die Potenziale beim Anbau von Grundnahrungsmitteln und Gemüse sowie in der Tierhaltung in landwirtschaftlichen Nischen von Städten zu erschließen. Auf diese Weise soll die Lebensmittelproduktion in Städten und Stadtrandgebieten gesteigert und die Ernährungslage verbessert werden, teilt die Universität Kassel mit.

Den Angaben zufolge werden bereits heute 90 Prozent des Gemüsebedarfs und bis zu einem Drittel des gesamten Lebensmittelbedarfs afrikanischer Städte in den Städten selber produziert. Nach Ansicht der Forscher bietet die urbane Lebensmittelproduktion noch erhebliche Möglichkeiten der Ertragssteigerung. Diese müssten angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums in Afrika genutzt werden.

Das Projekt „Urban Food-Plus" startet im Juni. Dann finden erste Feldforschungen in Burkina Faso und Ghana statt. Diese soll dann auf weitere Städte Westafrikas ausgedehnt werden. Das Vorhaben gliedert sich in mehrere Teilprojekte mit den Schwerpunkten Gemüseanbau, Tierhaltung, Düngemittel und Nahrungsmittelsicherheit. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert das Vorhaben in den ersten drei Jahren mit 4,3 Mio. €. (az)

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