Biogasanlagen

Wert der Substrate genauer bestimmen

Biogasanlagen setzen meist einen bunten Mix aus unterschiedlichen Rohstoffen ein. Von Gülle und Mist über Mais, Zuckerrüben, Gras oder Sonnenblumen bis hin zu Reststoffen aus der Lebensmittelindustrie. Für die Berechnung wirtschaftlich wichtiger Parameter wie den Gasertrag gibt es unterschiedliche Methoden. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) wollen nun in einem gemeinsamen Forschungsprojekt einheitliche Berechnungsgrundlagen und -verfahren entwickeln, um so den wirtschaftlichen Wert der Substrate besser einschätzen zu können. 

Der politische und wirtschaftliche Druck unter dem Biogasanlagen stehen, mache es notwendig den Biogasprozess präzise und zugleich praxisnah zu bewerten. Die einheitliche Bewertung von Substraten ist nach Ansicht der Initiatoren eine essentielle Vorrausetzung, um die Biogastechnologie gezielt unter den vorhandenen erneuerbaren und konventionellen Energieträgern platzieren zu können.

Für die Qualitätsbeurteilung von Substraten und die Effizienzbewertung ihrer
verfahrenstechnischen Umsetzung in einer Biogasanlage existieren vielfältige Berechnungsmethoden. Eine Vergleichbarkeit der Verfahren auf Basis der Trockensubstanz, Futtermittel-, Elementar- oder Brennwertanalyse sowie gebräuchlichen Richtwerten ist bis heute nicht gegeben, stellen die Projektbeteiligten fest. Anlagenbetreibern oder Finanzdienstleistern ist es damit nicht möglich, den aktuellen Substrateinsatz oder das jeweilige Investitionsrisiko detailliert und realitätsnah zu bewerten.

Im vom DBFZ geleiteten Forschungsvorhaben „Bewertung von Substraten hinsichtlich des Gasertrags – vom Labor zur großtechnischen Anlage“ sollen die Methoden untersucht, und in Zusammenarbeit mit dem KTBL, mit den Messwerten von Labor- und Praxisanlagen verglichen werden. „Unser Ziel ist es, die unterschiedlichen Verfahren in ihrer Aussagekraft und Praxistauglichkeit zu beurteilen und hinsichtlich einer einheitlichen und präzisen Methode zur Substrat- und Prozessbewertung weiterzuentwickeln“, so der Projektleiter Sören Weinrich vom DBFZ. Die Projektergebnisse sollen nach Abschluss des Forschungsvorhabens im Herbst 2018 in einem Leitfaden und in einer Webanwendung veröffentlicht werden. (SB)
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