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Jeder zweite Landwirt erwartet in den nächsten Jahren einen Mangel an qualifiziertem Personal. Dieses alarmierende Umfrageergebnis nennt Friedrich Scholten, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Probleme seien nicht nur in der Zukunft, sondern bereits aktuell deutlich spürbar. Weder für freie Arbeitsplätze noch für freie Ausbildungsplätze gebe es genügend geeignete Bewerber, berichtet die Kammer in einer Pressemitteilung. Scholten appelliert an die Unternehmer, nicht nachzulassen, junge Leute für grüne Berufe zu begeistern und sie in der Ausbildung fit zu machen für zukünftige Aufgaben. „Wir müssen uns auf einen schärferen Wettbewerb um die nachrückenden Generationen einstellen“, pflichtet Prof. Dr. Hans-Ulrich Jung vom Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung, Hannover, dem Kammerpräsidenten bei. Nach Auffassung des Wissenschaftlers ist die Qualifikation von Mitarbeitern ein zentraler Wettbewerbsfaktor in der Wissensgesellschaft. Das gelte ganz besonders für ländliche Räume. Er rät den Unternehmen, die Erwerbs- und Qualifikationspotenziale von Frauen besser auszuschöpfen und für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen. Ebenso empfiehlt er, den Anteil älterer Arbeitnehmer am Erwerbsleben zu erhöhen. (ED)
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