„Ich freue mich sehr, den Kontakt nach Krasnojarsk für unsere Jenaer Erdbeobachtungs-Aktivitäten aufrecht erhalten zu können“, sagt Prof. Christiane Schmullius von der Universität Jena. Die Inhaberin des Lehrstuhls für Fernerkundung ist in das International Council der Sibirischen Föderalen Universität Krasnojarsk berufen worden. Aufgabe des Councils ist es, die internationale Vernetzung der russischen Universität zu vertiefen und beispielsweise den Austausch von Dozenten, Doktoranden und Studierenden zu befördern. Zwar gebe es momentan keine Fördermittel der EU oder aus dem europäischen Weltraumforschungsprogramm ESA für Kooperationen mit Russland, doch gerade der Austausch von jungen Wissenschaftlern beider Länder sei im Sinne der Völkerverständigung sehr wichtig. Für dieses Ziel werde ein gemeinsamer Masterstudiengang Geoinformatik und Fernerkundung der Universitäten Jena und Krasnojarsk angestrebt.

Schmullius kooperiert seit 20 Jahren mit dem Sukachev-Forstinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften, vorrangig auf dem Gebiet der Waldkartierung Sibiriens. Hauptsächlich geht es dabei um Fragen des Klimawandels und der Fähigkeit von Wäldern, Kohlenstoff zu speichern.

Der langjährige Direktor des Forstinstituts, Prof. Evgeny Vaganov, steht nun als Rektor der Universität Krasnojarsk vor. Diese Universität wurde 2006 als Zusammenschluss von fünf Hochschulen im Gebiet Krasnojarsk gegründet. Aktuell sind dort etwa 41.000 Studierende eingeschrieben, denen 122 Studiengänge offenstehen. Prof. Vaganov weilte bereits als Humboldt-Stipendiat am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und unterhält wissenschaftliche Kontakte zum Institut für Geographie der Universität Jena.

Vor kurzem erhielt die Universität Krasnojarsk den Status einer Elite-Universität. Damit ist die Universität Krasnojarsk neben der ITMO-Universität St. Petersburg die zweite russische Elite-Universität, mit der die Universität Jena kooperiert. (brs)
 
stats