Den optimalen Zeitpunkt zum Keimen zu erwischen, ist für Pflanzen überlebenswichtig. Auch in der Landwirtschaft hängt viel davon ab, dass Pflanzen rechtzeitig aus der Samenruhe erwachen. Forscher haben nun ein Schlüsselenzym für den Weckruf entdeckt, das diesen Mechanismus bei Weizen und Gerste reguliert. Ein wichtiger Schritt, um den Wecker zukünftig besser stellen zu können, berichtet das Portal Pflanzenforschung.de.

Sowohl bei Weizen als auch Gerste bildet ein Schlüsselenzym namens MAP-Kinase-Kinase 3 (kurz MKK3) eine Art Hauptschalter, der am Anfang eines mehrstufigen Signalübertragungswegs steht, ein sogenannter MAP-Kinase-Weg. In der Biologie sind diese als zentrale Schaltstellen in verschiedene Entwicklungsprozesse involviert, z.B. an der Embryogenese, der Entwicklung und dem Wachstum von Zellen bis hin zum programmierten Zelltod (Apoptose).

Eine Winzigkeit macht den Unterschied

Entscheidend für die Regulation der Samenruhe ist eine winzige Veränderung im Aufbau des MKK3-Enzyms, sprich eine natürliche Punktmutation. Von dieser hängt maßgeblich ab, ob ein Samen bereits bei den ersten Anzeichen für günstige Wachstumsbedingungen zu keimen beginnt oder sich Zeit lässt.

Wichtige Ziele wie Ertrag und Qualität sind unerreichbar, wenn Pflanzen zum falschen Zeitpunkt keimen. Für Pflanzenzüchter und Saatgutunternehmer heißt dies, sich mit den Klimabedingungen und Gegebenheiten am Standort zu beschäftigen, sich an ihnen zu orientieren. Kein leichtes Unterfangen in Zeiten zunehmender Klimaschwankungen. Um so wichtiger ist die Aufklärung der molekularen Grundlagen, so dass gezielt Sorten mit regional abgestimmten Eigenschaften entwickelt werden können. (az)
stats