Die Finanzkrise erreicht die Hochschulen. Viele Studierende befürchten eine Verschlechterung ihrer beruflichen Chancen in Deutschland.

Zu diesem Ergebniss kommt die neueste Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach. Anhaltend positiv beurteilt werden weiterhin die deutschen Studienbedingungen. Insgesamt halten zwei Drittel der befragten 2.000 Studierenden ihre Studienbedingungen für sehr gut oder gut.

Die meisten rechnen sich auch gute oder sehr gute Chancen auf einen passenden Job ohne lange Wartezeiten aus. Dies spiegelt nach Meinung der Autoren die aktuell sehr starke Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften am Arbeitsmarkt wieder.

Dennoch befürchten 41 Prozent der Befragten eine Verschlechterung ihrer beruflichen Chancen. Die Finanzkrise und die mit ihr einhergehende hohe Arbeitslosigkeit in Griechenland, Spanien oder Italien verunsichere auch deutsche Jung-Akademiker, so die Erklärung. Vor allem besteht die Sorge, keine feste Anstellung mehr, sondern nur noch befristete Arbeitsverträge zu bekommen.

Über die Attraktivität von Deutschland als Arbeitsort für Akademiker gehen die Meinungen stark auseinander. Während 26 Prozent die Ansicht vertreten, Deutschland betreibe auf vielen Feldern keine Spitzenforschung mehr und könne im globalen Wettbewerb zurückfallen, hält ein nahezu gleich großer Anteil die Bedingungen weiterhin für günstig. Für Deutschland spreche vor allem die starke Nachfrage nach Fachkräften und der bisher relativ stabile Umgang mit der Euro-Schuldenkrise.

Gleichzeitig ist die Zahl derjenigen, die ihre berufliche Zukunft im Ausland sehen, leicht gesunken. Im vergangenen Jahr wollten noch 64 Prozent für einen Job in der Ferne gehen. 2012 sind es 7 Prozent weniger. (az)
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