Die Einführung einer Frauenquote, wie sie von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen vorgeschlagen wurde, ist zwar auf Eis gelegt. Dennoch bleibt die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen weiterhin ein Thema. Der Zwangsverspflichtung folgt nun die Idee der Selbstverpflichtung. Vertreter der Wirtschaft und des Deutschen Gewerkschaftsbundes unterzeichneten gestern bei einem Spitzentreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Kristina Schröder eine Charta für familienfreundliche Arbeitsmodelle.
 
Bereits vor zehn Jahren hatten sich Unternehmen in einem Abkommen mit der Bundesregierung verpflichtet, freiwillig mehr für die Förderung von Frauen in Führungspositionen zu tun. Der Frauenanteil in den Vorständen der größten Deutschen Unternehmen liegt aktuell dennoch bei unter 4 Prozent. Die Firmen bekämen nun noch eine Chance, erklärte die Bundeskanzlerin und appellierte an deren Kreativität bei der Gestaltung von familienfreundlicheren Arbeitszeitmodellen. Das könnte von E-Mail-freien Wochenenden über Vertrauensarbeitszeiten und Homeoffice bis hin zu mehr Videokonferenzen und betriebseigenen Kindergärten reichen. (az)
 
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