Agrar-Karrieretag Bonn

Branchen-Schwergewichte suchen Verstärkung


Mächtig was los beim Karrieretag in Bonn.
Foto: pio
Mächtig was los beim Karrieretag in Bonn.

Netzwerke befeuern die Karriere und wollen gepflegt sein. Und: Frei nach dem Motto 'Gegessen wird immer' suchen die Unternehmen im Agribusiness Nachwuchstalente, lauten zwei zentrale Botschaften des Agrar-Karrieretags in Bonn. 

 

„30 Prozent aller Jobs werden über Beziehungen vergeben, und von diesen Jobs ist ein guter Teil gar nicht erst auf dem Stellenmarkt erschienen.“ Mit diesen Worten warb Stephan Ludewig, seit Mai 2018 Bundesgeschäftsführer beim VDL Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt, am Mittwoch auf dem Agrar-Karrieretag 2019 an der Universität Bonn, für die Bedeutung des Netzwerkens beim Berufseinstieg und in der weiteren Karriere. Und Ludewig weiß, wovon er spricht: In seinem ersten Bachelor-Semester sei er „zufällig VDL-Mitglied geworden“, rief Ludewig den Studierenden im Bonner Hörsaal zu – also in dem Verband, in dem er heute Bundesgeschäftsführer ist.



Doch nur einem Netzwerk wie eben dem VDL beizutreten und dann die Hände in den Schoß zu legen reiche nicht aus, mahnte Ludewig: „Man muss Eigeninitiative ergreifen“, betonte er. Das heißt: An Veranstaltungen von Netzwerken wie zum Beispiel dem VDL teilnehmen – und auf Karrieremessen wie eben dem Agrar-Karrieretag in Bonn das Gespräch mit möglichen Arbeitgebern suchen.  

Chance für einen guten ersten Eindruck nutzen

Dazu ermutigte auch Studiendekan Prof. Heiko Schoof die Studierenden in Bonn: „Es gibt auch Fertigkeiten für den Berufseinstieg, die wir Ihnen in Vorlesungen nicht vermitteln können“, sagte der Dekan. Die Studierenden sollten die Gelegenheit nutzen, mit Unternehmen wie Westfleisch, dem Futtermittelhersteller und Agrarhändler Bröring, Tönnies, der RWZ Köln, Josera, der R+V Versicherung oder DSV in Kontakt zu treten, die alle auf dem Agrar-Karrieretag zugegen waren: „Es gibt keine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck“, appellierte der Dekan an die Studierenden, das Angebot des kostenlosen Bewerbungsmappen-Check durch den Recruiting-Spezialisten und Consultant Agrobrain zu nutzen.

Dem Landwirt Lösungen verkaufen

Einen lebendigen Eindruck seines eigenen Berufsstarts hinterließ Michael Tertelmann, der im Vertrieb der Bröring Gruppe arbeitet. Er arbeite gerne im Vertrieb, warb er für seinen Job: „Wir sind das Bindeglied zwischen Kunde und Firma“, betonte er. Außerdem haben Vertriebsmitarbeiter viele Freiheiten: „Wir können uns den Tag selbst einteilen, arbeiten aus dem Homeoffice und kommen viel rum bei den Kunden.“ Wichtig sei für ihn: „Wir verkaufen dem Landwirt Lösungen“, betonte Tertelmann. Und: In einem Familienunternehmen wie Bröring seien die Hierarchien flach.

Verstärkung gesucht

Auch Franziska Budde von der Tönnies Holding wies auf die vielfältigen Chancen hin, die ihr die Tätigkeit bei dem internationalen Schwergewicht in der Fleischverarbeitung eröffnet, etwa durch Fortbildungsmöglichkeiten in der Tönnies Akademie. Außerdem: Der Rohstoff Schwein werde knapper, Spezialisten, um im Konkurrenz um diese knappe Ware zu bestehen, immer wichtiger: „Wir brauchen dringend Verstärkung“, so Budde.

Agrar-Karrieretag Bonn: Netzwerk für den Erfolg


Agrar-Karrieretag

Zum mittlerweile neunten Mal findet der Agrarkarrieretag dieses Jahr in Bonn statt. Durchgeführt haben die Veranstaltung die agrarzeitung und Agrobrain in Zusammenarbeit mit dem VDL und der Universität Bonn.

Für einen spannenden Job in einem genossenschaftlichen Großunternehmen warb Oliver Reich, Personalleiter bei Westfleisch in Münster: „Wir produzieren in Deutschland und exportieren weltweit“, so Reich. Und gerade der Export berge Spannungspotenzial: „Bis vor sechs Wochen waren die Benelux-Staaten unser Hauptexportgebiet, jetzt ist der chinesische Markt mit erheblicher Nachfrage auf uns zugekommen“, erklärte Reich. Denn: In China grassiert die Afrikanische Schweinepest; das Inlandsangebot wird entsprechend knapp. „China kauf Schweinefleisch auf zu Konditionen, zu denen man nur sagen kann: ‚wow‘“, so Reich. Vor den Studenten in Bonn warb Reich etwa für die Möglichkeit, bei Ihnen im Unternehmen ein Praxissemester zu machen, als eine von vielfältigen Einstiegmöglichkeiten.

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