Firmenvertreter und Studierende fanden auf Einladung der agrarzeitung und des VDL an der Uni Kiel zusammen.
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Firmenvertreter und Studierende fanden auf Einladung der agrarzeitung und des VDL an der Uni Kiel zusammen.

"Im Vorstellungsgespräch will ich wissen, ob Bewerber überhaupt schon einmal Kontakt zu Tieren hatten", berichtete eine Personalleiterin während des Agrar-Karrieretages der agrarzeitung und des VDL Berufsverbands in Kiel.

Die Christian-Albrechts-Universität (CAU) hatte am Mittwoch ihre Tore für die Agrar-Studierenden geöffnet, um ihnen einen ersten Kontakt zu Firmen aus dem Agribusiness zu bieten. Eine Personalleiterin stellte heraus, was alle Unternehmen eint: Praktika kommen gut an.

Allerdings kommt es auch auf die Ausrichtung an. "Wer schon viel praktische Erfahrung auf Höfen gesammelt oder gar eine landwirtschaftliche Herkunft hat, dem rate ich dazu, Praktika zu nutzen, um Unternehmen kennenzulernen." berichtet Dorothea Sommermeyer, Hauptgenossenschaft (HaGe) Kiel. Den Studierenden, die das Leben und Arbeiten auf Höfen nicht kennen, empfahl Sommermeyer entsprechend, erst einmal Landluft zu schnuppern. "Gehen Sie nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort sind die Höfe fünfmal so groß, wie wir es aus Schleswig-Holstein kennen." Das bringe gänzlich andere Arbeitsabläufe mit sich, so Sommermeyer.

Praxis kommt gut an

"Wir tun uns wahnsinnig schwer, Studierende ohne praktisches Wissen zu vermitteln", bestätigte Madeleine Schregle, Beraterin bei Agrobrain. Andersherum komme es bei Herstellern von Mischfutter beispielsweise gut an, wenn Studierende schon einmal Futtermittel berechnet haben. Schregle erinnert ihre Zuhörer daran, sich Praktika "unbedingt" zertifizieren zu lassen.

In der Fragerunde gab Sommermeyer einen kleinen Einblick, wie Studierende bei der HaGe ein spannendes Praktikum bekommen: "Wenn ein Bewerber genau weiß, für welchen Bereich er sich interessiert, rate ich dazu, dies im Anschreiben immer zu erwähnen." Augenzwinkernd fügt sie hinzu: "Anstatt ‚Futtermittel interessieren mich gar nicht‘ zu schreiben, formulieren Sie es am besten positiv." Als Beispiel: "Ich möchte am liebsten im Bereich Saatgut arbeiten."

Berufseinstieg: Agrar-Karrieretag Kiel


Darüber hinaus sei es überhaupt nicht schlimm, noch gar keine Ahnung zu haben, in welchem Bereich man sich im Unternehmen spezialisieren will. "Initiativbewerbungen kommen bei uns sehr gut an." Dies sei auch ein Grund, warum wenig Stellen ausgeschrieben würden.

Ausbildung mit Perspektive

Ein klassischer Weg, bei der HaGe Kiel einzusteigen, ist als Trainee. Ein ehemaliger Auszubildender, der seit Kurzem in der Saatgut-Sparte arbeitet, gab vor Ort einen Einblick in seinen Werdegang. Nach seinem Studium der Agrarwissenschaften in Kiel und Rostock mit Fokus Pflanzenproduktion arbeitete er als Trainee im Bereich Saatgut und IT. "Ich habe mich für das Traineeprogramm entschieden, weil ich alle Abteilungen in einem Landhandelsunternehmen kennenlernen wollte", erzählte er. Schon drei Monate vor Ende seines Trainees kam das Jobangebot für die Saatgut-Sparte.

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