Analyse

Bienen bringen volkswirtschaftlichen Nutzen

Weit über die Honigproduktion hinaus kommt die Bienenhaltung der Natur und der Landwirtschaft zugute. Das ist ein Ergebnis einer Analyse der Universität Hohenheim.

Weit über die Honigproduktion hinaus kommt die Bienenhaltung der Natur und der Landwirtschaft zugute. Die tatsächliche ökonomische Bedeutung sowie die regionale Struktur und Verbreitung der Honigbienenhaltung in Deutschland haben Agrarökonomen der Universität Hohenheim nun in dem BÖLN-Forschungsvorhaben „Eine ökonomische Analyse des Imkerei-Sektors in Deutschland“ analysiert. Danach bringen Bienen bereits jetzt einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen. Der einzelne Imker könnte aber mit gezielten Bestäubungsdiensten ein höheres Einkommen erzielen.

Auf Bestäubung angewiesen

Der Studie zufolge beträgt die volkswirtschaftliche Leistung der Imkerei in Deutschland jährlich insgesamt etwa 1,7 Mrd. €. Allein mit ihrer Bestäubungsarbeit erwirtschafteten die Insekten schätzungsweise rund 1,6 Mrd. € pro Jahr. Diese Zahl sei dreizehnmal so hoch wie die Wertschöpfung der Honig- und Bienenwachsproduktion, die bei rund 120 Mio. € liege. Ohne Insektenbestäubung wären die im Anbau erzielten Erlöse im Schnitt 41 Prozent geringer, allerdings mit großen Abweichungen. Grund dafür: Die verschiedenen Kulturen sind mehr oder weniger stark auf eine Insektenbestäubung angewiesen.

Während es bei Äpfeln, Birnen, Kirschen oder Pflaumen laut der Studie durchschnittlich 65 Prozent mehr Ertrag gibt, wenn ihre Blüten von Insekten bestäubt werden, sind es bei Raps, Sonnenblumen, Soja oder Ackerbohnen 25 Prozent und bei Gemüse im Schnitt 42 Prozent. Je nach Gemüsesorte variiert dieser Wert zwischen fünf Prozent bei Bohnen, Paprika und Tomaten und 95 Prozent bei Kürbis und Zucchini.

Gezielter bestäuben bringt mehr

Um im Erwerbsobstbau und -gemüseanbau eine optimale Bestäubung zu erreichen, ist es aus Sicht der Forscher erforderlich, gezielte Bestäubungsdienstleistungen mit fairen Prämien zu entlohnen. Darüber hinaus sollten Imker und Landwirte sich entweder privat oder über kommunale Zusammenschlüsse intensiver austauschen. Nur so könne zukünftig eine Balance zwischen Bienenschutz und Pflanzenschutz gelingen.

 

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