Arbeitskräftemangel

Ernährungsbranche muss um Nachwuchs buhlen

Bei der Suche nach Arbeitskräften kommt dem Arbeitsklima  eine immer größere Bedeutung zu. Darüberhinaus spielen ein vertrauensvollen Miteinander und eine angemessenen Entlohnung die tragende Rolle.

Dass das Arbeitsklima für Berufsanfänger immer wichtiger wird, darin waren sich mehr als 200 Fachleute einig, die sich am Dienstag vergangener Woche zum Norddeutschen Ernährungsgipfel in Warnemünde trafen, teilt das Nachrichtenportal Agra Europe mit. Organisator des Gipfels war der Verein Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern (AMV).
Auch die Sozialleistungen der Unternehmen spielen den Experten zufolge eine wachsende Rolle: dazu gehörten beispielsweise ein betriebliches Gesundheitsmanagement, günstige Einkaufsmöglichkeiten im Fabrikverkauf, die Übernahme von Tickets für öffentliche Verkehrsmittel und die Gewährung von Tankgutscheinen sowie die finanzielle Unterstützung des Mittagstisches und der Kinderbetreuung in Einrichtungen oder sogar eigene Kindereinrichtungen und Wohnunterkünfte unter der Woche.

Als Gründe für Probleme bei der Besetzung offener Stellen wurden laut AMV neben dem Fehlen von Mobilität und der notwendigen Qualifikation sowie der geringen Attraktivität bestimmter Berufsbilder oder auch des Arbeitgebers unattraktive Arbeitsbedingungen und der demografische Wandel genannt.
Möglichkeiten zur Enlastung werden von Arbeitsmarktexperten in der Reduzierung der Ausbildungsabbrüche, einer Erhöhung der Beschäftigung von Frauen sowie von Menschen über 55, der Erhöhung des Arbeitszeitvolumens bei Teilzeitbeschäftigung sowie im Vorantreiben von Aus- und Weiterbildung gesehen.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe betonte, wichtig sei es "die Herausforderungen aktiv anzugehen, um im Wettbewerb mit anderen weiter vorn mithalten zu können". Er machte darauf aufmerksam, dass Unternehmen für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze und für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten einen externen Dienstleister beauftragen könnten. Das werde vom Land mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt. Die Höchstförderung könne bis zu 100.000 € pro Förderfall betragen, erklärte Glawe. Auch gebe es die Möglichkeit, Bildungsschecks zu beantragen. Zudem würden kleine und mittlere Betriebe bei der Einstellung von Hochschulabsolventen mit technischem Hochschulabschluss unterstützt.

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