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Mein Leben als Manager


In Deutschland gehört ein Foto immer noch zum Lebenslauf dazu.
Bild: Imago Images / stock&people
In Deutschland gehört ein Foto immer noch zum Lebenslauf dazu.

So kreativ Sie auch sein mögen – beim Lebenslauf achten Personaler immer noch auf die richtige Form. Wir geben Tipps, wie auch High Potentials wie Sie die passenden Worte finden.

Lebenslauf? Das ist schnell gemacht. So denken viele, investieren viel Zeit in ein kreatives Anschreiben und vernachlässigen den Lebenslauf, auch Curriculum Vitae (CV) genannt. Dabei sollten Anschreiben und CV auf dem gleichen hohen Niveau sein, denn oft nehmen Personaler als Erstes den Lebenslauf in die Hand.

Bei einer Flut von Bewerbungen auf die Top-Jobs gestaltet sich für Personaler die Vorauswahl einfacher, wenn gut strukturierte, tabellarisch aufbereitete Lebensläufe verglichen werden können. Oft existieren für Stellen auch ein oder zwei Killer-Bedingungen, etwa ein bestimmter Abschluss oder eine wichtige Berufserfahrung. Lesen Sie hier, worauf es ankommt und was zu beachten ist.

Es zählt der Standard

Der CV hat noch immer eine feste Form: Am Anfang die Anschrift, E-Mail, Telefonnummer, Geburtsdatum und -ort. Dann beruflicher Werdegang und Ausbildung sowie Nebentätigkeiten, EDV- und Sprachkenntnisse sowie Weiterbildungen, Auslandsaufenthalte und Hobbys. Alles tabellarisch dargestellt mit Zeitangaben von – bis, es genügt Monat und Jahr. Ob die Zeiträume links oder rechts stehen, ist unwichtig.

Wer Berufserfahrung hat, beginnt mit dieser, baut den Lebenslauf von der Gegenwart in die Vergangenheit auf. Der CV endet mit Ort, Datum und handschriftlicher Unterschrift. Für Online-Bewerbungen sollten Sie Ihre Unterschrift scannen und als Bild einsetzen.

Trotz dieser Standards sollte jeder Lebenslauf individuell an die ausgeschriebene Stelle angepasst sein. Das heißt nicht, dass Sie Dinge erfinden oder relevante Positionen weglassen. Die Kunst ist, den Lebenslauf so passgenau zu schreiben und formatieren, dass er schon beim schnellen Überfliegen signalisiert: Diesen Bewerber muss ich mir näher ansehen.

Gut getrommelt

Je mehr Erfahrung Sie ansammeln, desto eher gehen die für den Job relevanten Erfahrungen in der Flut der Einträge unter. Heben Sie durch Position oder Formatierung die relevanten Punkte hervor. Das gilt erst recht, wenn Sie auf der ausgeschriebenen Position bereits gearbeitet haben.

Seien Sie präzise

Insbesondere bei Ausbildung und Abschlüssen müssen Sie darauf achten, die exakte Formulierung zu verwenden. Ausbildungs- und Studiengänge sind heute so vielfältig, dass es leicht zu Verwechslungen kommen kann. Existieren für Ihren Studiengang auch englische Bezeichnungen, sollten Sie überlegen, ob Sie diese (oder beide) verwenden. Bei internationalen Unternehmen ist meist die englische sinnvoller, dann ist ja oft sowieso die ganze Bewerbung in Englisch gehalten. Aber auch bei international agierenden deutschen Unternehmen kann die englische Bezeichnung beim Personaler vielleicht besser verstanden werden. Achten Sie darauf, dass die Angaben im CV präzise mit jenen übereinstimmen, die auf Xing oder LinkedIn stehen. Sie müssen vollständig sein, aber so knapp wie möglich.

Mut zur Lücke

Auszeit nach dem Studium? Elternzeit? Sabbatical zum Vogelzählen? Lücken im Lebenslauf sind heute weniger problematisch als früher. Viele Unternehmen schätzen es, wenn ihr Personal vielfältige Erfahrungen mitbringt. Eine Lücke im Lebenslauf sollte daher nicht verschämt versteckt, sondern offen und plausibel erklärt werden.

Und sonst so?

Dass Sie Briefmarken sammeln, wird Personaler nicht interessieren. Wenn Sie aber Hobbys haben, die eine Verbindung zum Job sein können oder Ihre Persönlichkeit formen, sind sie relevant. Wer sich in der Ökolandwirtschaft bewirbt, zu dem passt Engagement als Naturschützer hervorragend.

Achten Sie dabei aber stets auf Relevanz. Grundschule, Berufe der Eltern, Politik, Religion, Lebensmotto und -philosophie und alles andere, was nichts mit Ihrer Karriere und Persönlichkeit oder der ausgeschriebenen Stelle zu tun hat, bleibt draußen. Rein kommen Fähigkeiten, die sie für den Job mitbringen, fachlich wie persönlich. Bleiben Sie realistisch: Dass Sie Word und Excel beherrschen, wird ebenso vorausgesetzt wie die Grundrechenarten. Und bitte, seien Sie bei den Sprachkenntnissen ehrlich: Verhandlungssicheres Englisch bedeutet, ohne Übersetzer Vereinbarungen und Verträge verhandeln zu können.

Bitte recht freundlich

Im angelsächsischen Raum, vor allem in den USA, greift der Trend zur Bewerbung ohne Bild um sich, um Vorurteile aus der Entscheidung herauszuhalten. Falls anonyme Bewerbungen gewünscht sein sollten, steht das in der Stellenausschreibung. In Deutschland ist ein Bild aber bis dato üblicher Teil des CV – auf dem Deckblatt oder der ersten Seite. Lassen Sie professionelle Bilder machen, die Sie auch auf schlechten Ausdrucken oder Kopien noch gut aussehen lassen. Zwischen Bild und realer Erscheinung sollten keine großen Differenzen liegen. Also die Brille mit aufs Bild, wenn Sie die auch im Gespräch tragen. Kein Foto mit wallender Mähne senden, wenn Sie dann mit Glatze auftauchen.

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