Bienenschutz

Spritzsystem lässt Blüte aus

Um Bienen nicht zu gefährden, haben Forscher vor einigen Jahren ein neues Spritzsystem entwickelt. Dadurch gelangt das Pflanzenschutzmittel nicht mehr von oben an die Blüte. Diese Entwicklung wird nun auf europäischer Ebene ausgezeichnet.

Ob das jeweilige Mittel Bienen schadet oder nicht, spielt im Spritzsystem keine Rolle. In jedem Fall stellt dieses sicher, dass die Biene mit dem Pollen erst gar kein Pflanzenschutzmittel aufnimmt. Das Mittel wird dabei nicht von oben auf die Blüte gespritzt, sondern gelangt unterhalb der Blüte an Blätter und Stiel der Pflanzen – die Bienen können sich auf der Blüte an Nektar und Pollen bedienen, ohne dass Rückstände im Honig zu befürchten sind.

Entwickelt und getestet wurde die Technik manes "DroplegUL" bereits zwischen 2012 bis 2015 im Rahmen des Projektes "Fit Bee" der Universität Hohenheim in Stuttgart mit Partnern aus Landwirtschaft und Agrartechnik. Am heutigen Dienstag erhält das Team dafür im Europäischen Parlament in Brüssel den "European Bee Award" der European Land Owners‘ Association.

Die Entwicklung ist nach wie vor für alle Mittel interessant, um Risiken zu vermeiden. Experten streiten noch heute, ob und in welchem Maße Pflanzenschutzmittel, die als für Bienen ungefährlich eingestuft werden, Bienen, Hummeln und Schmetterlinge trotzdem schaden könnten.

Die Metzinger Firma Lechler GmbH konstruierte für das System eine Unterblütenspritzeinrichtung mit spezieller Düsenanordnung: Dabei durchfahren die Düsen den Bestand unterhalb der Blüten und behandeln so nur den unteren Bereich der Pflanzen, anstatt Pflanzenschutzmittel  von oben auf die Blüten zu sprühen.

Mittlerweile ist die Technik vom Julius-Kühn-Institut anerkannt und entspricht damit den Richtlinien für Pflanzenschutzgeräte des Bundesinstituts, teilt die Universität Hohenheim mit. Das Institut stuft die Technik außerdem als abdriftmindernd ein. Tests auf Versuchsfeldern hätten überdies gezeigt, dass im Gegensatz zur konventionellen Überkopfbehandlung deutlich mehr Mittel im Bereich der Stängel und Blätter anlagern, dort wo der Pilz sitzt.




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