Fachkräftemangel

Firmen beklagen Bewerberschwund

Die Anzahl der Bewerber für Jobs in der Agrar- und Ernährungsbranche schrumpft. Das zeigt eine Studie der AFC Personalberatung. Die Förderung von Mitarbeitern aus den eigenen Reihen ist daher dringend notwendig.

Mit welchen Strategien sollten Firmen der Agrar- und Ernährungsbranche auf die Herausforderungen des demographischen und digitalen Wandels reagieren? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich eine Studie der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) und der AFC Personalberatung, die kürzlich veröffentlicht wurde.

Dafür wurden mehr als 500 Firmen befragt. Die gute Nachricht für Arbeitnehmer: Für fast 80 Prozent der befragten Firmen ist der Wandel in der Arbeitswelt ein Grund dafür, den Bedarf an sehr gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften zu steigern. Ängste, dass deren Knowhow überflüssig werden könnte, scheinen aus Sicht der Arbeitgeber unbegründet.

Ein weiterer Trend zeigt, wie wichtig der Wille von Mitarbeitern ist, Verantwortung zu übernehmen. Fast zwei Drittel der Befragten erwarten aufgrund der zunehmenden Vernetzung und Automatisierung von Systemen eine Übertragung von Verantwortung auf die Beschäftigten.

Recruiting setzt attraktive Arbeitgebermarke voraus

Vor diesem Hintergrund müssten sich Unternehmer mit flachen Hierarchien, der Anpassung von Organisations- und Führungsstruktur sowie der Schaffung eines innovativen Klimas für leistungswillige Mitarbeiter beschäftigen, analysiert AFC-Geschäftsführer Anselm Elles. Die Branche, ihre Unternehmen und ihre Berufe müssten sowohl durch "einzelbetriebliches als auch gemeinsames Engagement bekannter werden", ergänzt ANG-Hauptgeschäftsführerin Stefanie Sabet.

Dafür führen jeweils 65 Prozent der Befragten sowohl Team-Building-Maßnahmen wie Firmenläufe und Imagekampganen durch. Oder die Firmen kooperieren mit Hoch-, Fach- und Berufsschulen. Beliebt ist mittlerweile auch die Nutzung von Social Media Kanälen für das Recruiting. Wichtig sei in diesem Zusammenhang ein authentischer Auftritt des Unternehmens, so die Studienverantwortlichen. Nur dann entstehe ein Dialog mit der jungen Zielgruppe, der zur erfolgreichen Bindung eines neuen Mitarbeiters führt.

Qualifizierte Mitarbeiter sind rar

Ob es an der mangelnden Bekanntheit oder dem Fachkräftemangel liegt, sei dahin gestellt. Rund 76 Prozent der Studienteilnehmer berichten, dass die Bewerberanzahl abgenommen hat. Besonders in den Bereichen Produktion, Technik, Vertreib und IT fehlen qualifizierte Mitarbeiter, heißt es von Unternehmerseite. Führungskräfte aus den eigenen Reihen zu fördern, ist daher ein wirkungsvolles Instrument der nachhaltigen Unternehmensführung, schlussfolgern die Studienverfasser.

Grundsätzlich seien Mitarbeitergewinnung und Führungskräfteentwicklung miteinander verflochtene Prozesse, die nur Hand in Hand weiterentwickelt werden können. Ein Fazit der Studie lautet: Immer mehr Firmen, rund 50 Prozent der Befragten, bieten Führung in Teilzeit an, um dem Wunsch nach Vereinbarkeit von Karriere und Familie, gerecht zu werden.





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