Förderpreis der Agrarwirtschaft

Landwirtschaftlicher Nachwuchs wird prämiert

Die Preisträger der vergangenen drei Jahre (v.l.): Christoph Pahmeyer, Dominic Roth und Julia Nissen.
Fotos: FelixHolland.de; Liquid Kommunikationsdesign; az
Die Preisträger der vergangenen drei Jahre (v.l.): Christoph Pahmeyer, Dominic Roth und Julia Nissen.
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Gemeinsam mit Partnern und Sponsoren vergibt die agrarzeitung auch in diesem Jahr wieder den mit 9.000 € dotierten Förderpreis der Agrarwirtschaft. Gesucht werden Studierende, junge Landwirte, Wissenschaftler und Nachwuchskräfte mit innovativen Ideen.

Bewerbungen können ab sofort bis zum 2. September eingereicht werden. Auch Entscheidungsträger aus der Branche sind eingeladen, Kandidatinnen und Kandidaten vorzuschlagen. Dabei zählt nicht die Größe des konkreten Projekts, sondern vielmehr Kreativität, Engagement, Praxisnähe, Umsetzbarkeit und Relevanz für die Agrarbranche.

Aus den eingegangenen Bewerbungen wählt eine unabhängige Expertenjury drei Favoriten, die am 18. Oktober beim „agrar Wirtschaftsforum“ in Frankfurt am Main die einmalige Chance erhalten, ihr Herzensprojekt in einem Elevator Pitch vorzustellen. Das Publikum kürt dann direkt im Anschluss live die Preisträgerin oder den Preisträger.

Fruchtfolge und Sensortechnik

Im vergangenen Jahr konnte sich Christoph Pahmeyer über den Förderpreis der Agrarwirtschaft freuen. Der Landwirtssohn aus Ostwestfalen arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Während seiner Promotion entwickelte er eine App mit dem schlichten Namen „Fruchtfolge“, die Landwirten als Entscheidungshilfe bei der Anbauplanung dient. Mithilfe der ZID-Nummer zur Identifikation des Betriebs werden Daten zu den Flächenanträgen der vergangenen Jahre sowie Preis- und Bodendaten automatisch heruntergeladen und ausgewertet. Zusätzlich können das Gülleaufkommen und die Flächenanteile für verschiedene Fruchtarten berücksichtigt werden. Die App erstellt dann anhand der Daten binnen zehn Minuten einen wirtschaftlich optimalen Anbauplan sowie die Düngebedarfsermittlung.

Die Software ist kostenlos und soll es auch weiterhin bleiben. An eine Kommerzialisierung denkt Pahmeyer vorerst nicht. Als Post-Doc ist er jetzt am Thünen-Institut in Braunschweig, um die Fruchtfolge-App zusammen mit Landwirten weiterzuentwickeln.

2020 setzte sich Dominic Roth gegen die Mitbewerber durch. Zusammen mit Niels Grabbert hat er die Stenon GmbH mit Sitz in Potsdam gegründet, die moderne Bodensensoren entwickelt und vertreibt. Die tragbaren Sensoren ermöglichen eine umfassende und feinmaschige Bodenanalyse, bei der die Konzentration von Nährstoffen und allgemeine Parameter wie Temperatur und Feuchtigkeit laborunabhängig, direkt vor Ort und sekundenschnell gemessen werden können.

Nach einer starken Expansion im deutschsprachigen Raum und einer weiteren Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr beschäftigt das Unternehmen mittlerweile rund 100 Mitarbeiter. Nun sollen auch die Märkte in Großbritannien und Nordamerika erschlossen werden. Derweil werden die Sensoren und die dazugehörige Software konstant weiterentwickelt und mit neuen Funktionen ausgestattet. Das Gesamtsystem „FarmLab“ wurde von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) zertifiziert.

Deichdeern und die Detektive

Julia Nissen wurde 2019 mit dem Förderpreis der Agrarwirtschaft geehrt. Die auch als „Deichdeern“ bekannte Bloggerin lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland und setzt sich für mehr Austausch und Kommunikation zwischen Stadt- und Landbevölkerung ein. Dafür entwickelte sie die „App aufs Land“. Ende vergangenen Jahres hat Nissen begonnen, mit „Klönstedt“ ein virtuelles Dorf im Internet aufzubauen.

Im Jahr 2018 ging der Förderpreis an Saskia Strutzke. Ihr „Stalldetektiv“ – ein intelligentes Atemmessgerät – erfasst Atemfrequenz, Atemverhalten, Wiederkaurate und Lautäußerungen bei Rindern, um so Stress oder Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Hier finden Sie alle Informationen zum Förderpreis der Agrarwirtschaft.

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