Förderpreis

„Die Auszeichnung hat mich beflügelt“

Foto: ISN e.V.

Die ehemalige Förderpreisträgerin Jana Denecke, geborene Püttker, setzt eigene Ideen gerne in die Tat um. Vor rund fünf Jahren wurde sie für ihre Idee eines virtuellen Schweinestalls mit dem Förderpreis der Agrarwirtschaft ausgezeichnet. Die 33-Jährige hat das Projekt zu einem Lehrerfolg gemacht.

az: Sie wurden damals für den „Virtuellen Schweinestall fürs Klassenzimmer“ ausgezeichnet. Was ist daran besonders?

Denecke: Das Unterrichtsmaterial aus Kurzfilmen, Bildern, Grafiken und Erklärungen holt den Schweinestall quasi – bildlich gesprochen – in den Klassenraum. Unser kostenloses E-Learning-Modul kann auf  ‚White Boards‘, das sind interaktive Schultafeln, die unter anderem Filme abspielen können, gezeigt werden. In diese Technik wird aktuell und auch zukünftig in vielen Schulen investiert werden. 

Was lernen die Schüler?

Denecke: Alles rund ums Schwein! Die Schüler können einen virtuellen Rundgang durch verschiedene Schweineställe machen, Gegenstände untersuchen oder weitere Informationen, zum Beispiel zu Arbeitsabläufen, abrufen. Auch mit aktuell diskutierten Themen setzen sich die Materialien im virtuellen Schweinestall auseinander. Ein Unterrichtsbaustein gibt Anregungen, für eine Diskussion in unterschiedliche Rollen, wie die des Tierschützers, des Biolandwirts und des konventionellen, zu schlüpfen und aus dieser Rolle heraus mit den anderen zu diskutieren. 

Hat es die gewünschte Wirkung erzielt?

Denecke: Ja, es ist ein Erfolg. Bisher sind durch die i.m.a. – information.medien.agrar. e.V. – fast 12.000 Exemplare versendet worden.

Sie sind weder PR-Profi noch haben Sie durch familiären Background Landwirtschaft im Blut. Warum arbeiten Sie in der Kommunikationsabteilung für die Schweinebranche?

Denecke: Das habe ich dem Zufall zu verdanken. In der Findungsphase nach dem Abitur brachte ein Bekannter mich auf die Idee, mir das Fach Agrarwissenschaften näher anzuschauen. Mir war dann ziemlich schnell klar: Das passt zu mir. Im Studium an den Universitäten Göttingen und Hohenheim fand ich die Tierhaltung besonders spannend. Vertieft habe ich mein Wissen darüber in einem Praktikantenjahr, unter anderem auf zwei sauenhaltenden Betrieben.

Was hat Sie die Arbeit mit der Presse gelehrt?

Denecke: Es ist immer gut, Ruhe zu bewahren. Ich versuche, Kritik und Angriffe nicht persönlich zu nehmen. Landwirte, die ich auf einen Pressebesuch vorbereite, weise ich an, stets die eigene Kernbotschaft zu verinnerlichen. Was will ich unbedingt vermitteln? Denn meist ist der gezeigte Ausschnitt oder das gedruckte Zitat nur ein paar Sekunden oder Wörter lang.

Förderpreis der Agrarwirtschaft

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Wer kann sich bewerben?

Von tatkräftigen Landwirten, über Studenten und jungen Wissenschaftlern bis hin zu Berufstätigen in Agrarunternehmen aus Handel, Industrie und Verarbeitung kann sich jeder bewerben – und selbstverständlich auch alle Mitarbeiter/innen der Unternehmen aus Jury und Förderern.

Voraussetzungen:

Sie sind nicht älter als 35 Jahre, haben Ihre Ausbildung oder Studium erfolgreich abgeschlossen oder stehen kurz vor Ihrem Abschluss oder sind bereits berufstätig. Sie sind an Ihrem beruflichen Fortkommen und Ihrer Weiterbildung interessiert.

Wie sieht Ihre Belohnung aus?

Die Gewinner erwarten attraktive Preisgelder. Sie treffen das ‘Who is who‘ der Agrarbranche während der Preisverleihung auf dem diesjährigen Gala-Abend der ‘agrarzeitung‘ am 12. November 2017 in Hannover und werden durch die Mitglieder der Jury am Abend betreut. Darüber hinaus werden die Gewinner in der ‘agrarzeitung‘ vorgestellt.

Alle Bewerber, die in die engere Auswahl kommen (Shortlist), erhalten eine Einladung zum Gala-Abend der agrarzeitung im November sowie eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 500 €. Während des Gala-Abend können Sie Kontakte zu Führungspersönlichkeiten in der Agrarbranche knüpfen.

Was raten Sie potenziellen Bewerbern für den Förderpreis?

Denecke: Wer damit liebäugelt, sich zu bewerben, hat den ersten Schritt in die entscheidende Richtung getan. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Es lohnt sich, die eigene Idee oder das eigene Projekt anzupacken und zu verfolgen. 

Was hat es Ihnen persönlich gebracht, Förderpreisträgerin zu sein?

Denecke: Es hat mich im wahrsten Sinne des Wortes beflügelt. Ich war damals unsicher, ob das Projekt überhaupt ins Auge fällt. Anschließend habe ich so viel positives Feedback bekommen – das hat mich bestärkt und angespornt, das Projekt auszubauen. Mittlerweile gibt es das Lehrmaterial nicht nur für Fünft- und Sechstklässler, sondern auch für Grundschule und Oberstufe.

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