Förderung

Kaum ein Bundesland bietet Beihilfen für Junglandwirte

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Die Bundesregierung will Gründern den Weg in die Landwirtschaft erleichtern. Das wird schwierig. Lediglich Sachsen-Anhalt bietet Existenzgründungsbeihilfen.

Dabei gibt es einen Strauß an Förderprogrammen, die sowohl für Junglandwirte als auch Quereinsteiger, die nicht älter als 40 Jahre sind, gelten. Derzeit bietet allerdings kaum ein Bundesland, außer Sachsen-Anhalt, eine Existenzgründungsbeihilfe an. Für einen Zeitraum von fünf Jahren erhalten Gründer dort maximal 70.000 €. Allerdings ist die finanzielle Unterstützung an Auflagen, die ökologisch nachhaltig sein sollen, geknüpft. Die Existenzgründungsbeihilfe kann zur Förderung der ländlichen Entwicklung (Eler) innerhalb der 2. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik gewährt werden.

Außerdem können Quereinsteiger und Junglandwirte einen Zuschlag auf die Investitionsförderung im Rahmen des Agrarinvestitionsförderungsprogramms (AFP), das Teil der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) ist, erhalten. Dieser Zuschlag liegt bei 10 Prozent der förderfähigen Investitionssumme und bei maximal 20.000 €. Weitere finanzielle Unterstützung steht Quereinsteigern und Gründern, genauso wie Junglandwirten, über die Junglandwirteprämie, die Teil der EU-Direktzahlungen ist, zur Verfügung. Landwirten wird diese Prämie maximal fünf Jahre lang gewährt. Je Hektar erhalten diese rund 44 €.

Wissen zu Quereinsteigern und Gründern fehlt

Die Bundesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, Gründer und Quereinsteiger in der Landwirtschaft sowohl finanziell zu fördern als auch den Einstieg in die Branche zu erleichtern. Es sei vor allem für Quereinsteiger schwierig an Land, Kapital und Betriebsgebäude zu kommen. Darüber hinaus sei es für Neulinge verglichen mit Junglandwirten herausfordernd, sich ins Dorf einzugliedern.
Bundesweite Daten zum Anteil von Quereinsteigern, die sich derzeit in einer Ausbildung befinden, werden laut Bundesregierung bisher nicht erhoben. Das geht aus einer Kleine Anfrage der Grünen hervor. Der Bundesregierung fehle die Basis, um geeignete Förderprogramme auf die Beine zu stellen, kritisiert vor diesem Hintergrund Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag. „Die speziellen Probleme“ von Gründern und Quereinsteigern seien der Bundesregierung gar nicht bekannt. Ostendorff fordert nun ein Forschungsprogramm, um Hürden aus dem Weg zu räumen.

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