Frei lesbar: German Agri Food Society

Neue Lobby für Start-ups

Vorstandssprecher Dr. Julia Köhn und Dominik Ewald
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Vorstandssprecher Dr. Julia Köhn und Dominik Ewald

Start-ups im Agribusiness gründen ihre eigene Interessenvertretung. Die "German Agri Food Society" will Ideen vernetzen, eine nachhaltige Landwirtschaft vorantreiben sowie technische Hürden abbauen.

Die "German Agri Food Society" will Ideen vernetzen, eine nachhaltige Landwirtschaft vorantreiben sowie technische Hürden und internationale Wettbewerbsnachteile für hiesige Innovatoren abbauen. Start-ups in der Agrarwirtschaft sind in den vergangenen zwei bis drei Jahren förmlich wie Pilze aus dem Boden geschossen. Am Donnerstag haben sich junge Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Gründerszene zu einer eigenen Interessenvereinigung zusammengeschlossen, der German Agri Food Society (Deutsche Gesellschaft für innovative und zukunftsorientierte Land- und Ernährungswirtschaft).

Hinter dem Verein stehen rund 20 Firmen sowie Förderer aus Wissenschaft und Wirtschaft. Vorstandssprecher der neuen Lobby sind Dr. Julia Köhn und Dominik Ewald. Die Wirtschaftswissenschaftlerin und Philosophin Köhn ist geschäftsführende Gesellschafterin der Pielers GmbH, einer digitalen Direktvermarktungsplattform für Lebensmittel. Der Biotechnologe Ewald ist Mitbegründer des Start-ups "Monitor Fish". Dahinter verbirgt sich, vereinfacht gesagt, ein durch künstliche Intelligenz gestütztes Monitoring- und Optimierungssystem für Aquakulturen.

Die beiden Unternehmer sowie zahlreiche Mitglieder des neuen Vereins sind bislang im Bundesverband deutscher Start-ups organisiert – und wollen auch weiterhin dort Mitglied bleiben. "In unserem Verein wollen wir die spezifischen Fragestellungen adressieren, die innovative Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft umtreiben", sagt dazu Dominik Ewald im Gespräch mit der agrarzeitung (az). "Wir sehen den Bundesverband als eine Art Dachverband und uns als auf die Agrarwirtschaft spezialisierte Interessenvertretung", ergänzt der Biotechnologe.

Zu den speziellen Herausforderungen für Agrar-Start-ups zählt laut Ewald die "unzureichende Netzabdeckung" im ländlichen Raum. Und: Wettbewerbsnachteile gegenüber internationaler Start-up-Konkurrenz. Deutsche Investoren zeigten häufig weniger Mut und machten ihre Portemonnaies früher zu als ihre US-amerikanischen oder chinesischen Kollegen, so Ewald.

Mangelnder Mut zu großen Schritten

"Manche von uns stehen im internationalen Wettbewerb und treffen dort auf Start-ups aus den USA, die bei ihren Finanzierungsrunden durchaus 10 bis 12 Millionen US-Dollar einsammeln", führt Ewald dazu aus. In Deutschland kämen "deutlich kleinere Beträge" zusammen; außerdem fehle Investoren oft der Mut, Entwicklungen von jungen Unternehmen in großem Maßstab voranzutreiben. "Wirtschaftsvertreter hierzulande neigen eher zu konservativeren, kleinen Schritten", meint er.

Neben dem Abbau von technischen Hürden und der Sicherung lukrativer, auch internationaler Förderung hat sich der neue Verein für innovative Unternehmen im Agribusiness den Austausch und die Vernetzung von Ideen auf die Fahnen geschrieben – auch über die digitale Welt hinaus. Etablierte, "analoge" Unternehmen, die auf aktuelle Probleme Antworten fänden, etwa alternative Ansätze zum klassischen chemischen Pflanzenschutz entwickelten, seien willkommen, so Ewald. "Wir denken entlang der kompletten Wertschöpfungskette und wollen dort Perspektiven aufzeigen."

Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 42/2019, Seite 9. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen. Abonnenten finden den kompletten Artikel hier: Jetzt im E-Paper lesen

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