Rund 18 Kilogramm Futter vertilgt eine Kuh pro Tag. In den Mägen angekommen, sorgen Bakterien dafür, dass Nährstoffe aus dem Futter aufgenommen werden können. Wie es den Bakterien gelingt, die Nährstoffe aus der Pflanzenmasse zu lösen, untersucht eine Forscherteam aus den Fachbereichen Tierernährung und Mikrobiologie an der Universität Hohenheim. In erster Linien dreht es sich bei dem Projekt um das Bakterium Prevotella spp., teilt die Uni mit. Es macht bis zu 40 Prozent der Bakterien im Pansen aus. Daher vermuten die Forscher das es eine entscheidende Rolle spielt. Bisher ist allerdings unbekannt, wie das Bakterium Stoffe nutzt, die es verwertet.

Fresstest für das Bakterium

Das Team untersucht, welche Stoffe das Bakterium abbaut und welche Eiweiß-Stoffe es daraus bildet. Dazu werden dem Bakterium verschiedene Stoffe angeboten. Die besondere Leistung der Kuh ist nämlich, aus ausschließlich pflanzlicher Nahrung Eiweiß zu gewinnen. Während dieser Fresstest isoliert stattfindet, wird die Arbeit des Bakteriums auch direkt im Pansensaft verfolgt. Allerdings in einem mechanischen Modell. Das Modell simuliert die Bewegungen des Pansens, der durch regelmäßiges Anspannen verschiedener Muskeln dafür sorgt, dass sein Inhalt konstant durchmischt wird.

Die nächsthöhere Vergrößerungsstufe, die ganze Kuh, wird im Versuch zwar nicht mehr beleuchtet. Doch die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse dazu dienen Fütterungsversuche weiterzuentwicklen, um die Tiergesundheit zu fördern. Beispielsweise könnte gezieltes Füttern bestimmter Stoffe die Aktivität und Menge der Prevotella-Bakterien oder die Bildung bestimmter gesundheitsfördernder Stoffe durch die Bakterien anregen, so die Forscher. Das könnte die Gesundheit im Pansen fördern und eine effizientere Verwertung des Futters bewirken.

Um an den benötigten Pansensaft heranzukommen, hält die Uni fünf Jerseykühe, die einen künstlichen Zugang zum Pansen haben. Dieser lässt sich aufschrauben.

Das Projekt mit dem Titel "Wechselwirkung zwischen fermentativer und respiratorischer Energiekonservierung im Pansenbakterium Prevotella spp" läuft seit September 2017 und ist auf 3 Jahre angelegt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG fördert das Gesamtprojekt mit insgesamt 450.000 €.

 

stats