Gründungsförderung

Technische Universität München auf Platz 1


Ein deutschlandweites Ranking untersucht die Gründungskultur an Universitäten und Fachhochschulen. Der TUM wird "eine vorbildliche Leistung" bescheinigt.

 

Die Technische Universität München (TUM) bietet - wie viele andere Universitäten und Hochschulen - Starthilfe für Gründer. Im deutschlandweiten Ranking "Gründungsradar 2018" des Stifterverbandes, der die Gründungskultur an deutschen Universitäten und Fachhochschulen bewertet, hat die TUM in der Kategorie "große Hochschule" (mehr als 15.000 Studierende) den 1. Platz unter 36 teilnehmenden Hochschulen errreicht. Im Ranking wird der TUM in allen vier untersuchten Bausteinen eine "vorbildliche Leistung" bescheinigt. Dazu zählen institutionelle Verankerung, Sensibilisierung, Unterstützung und Gründungsaktivitäten. Verglichen mit der Erhebung im Jahr 2012 habe die Gründungskultur an der TUM um 5 bis 10 Prozent zugenommen, analysiert der Stifterverband.

Vorlesungen und Seminare sensibilisieren in puncto Ausgründungen

"Jeder, der hier gründen will, kann auf die Infrastruktur zugreifen", teilt ein Sprecher der TUM gegenüber agrarzeitung.de mit. Besonders hilfreich sei das Angebot an Vorlesungen und Seminaren rund um Ausgründungen. "So erkennen Studierende, dass Ausgründungen eine Möglichkeit sind, sich beruflich zu verwirklichen." Darüber hinaus lasse sich die eigene Idee im Gründerzentrum der TUM auf ihre Tragfähigkeit prüfen. Finanzielle Förderung für eine tragfähige Idee stelle der Venture Capital Fond der TUM bereit; außerdem gebe es eine Beratung zur Förderungsmöglichkeiten. Wer sich schließlich entscheide, eine Firma zu gründen, könne  übergangsweise die Büroräume im Gründerzentrum der TUM nutzen. Die TUM hat auch Ausgründungen im Agrarbereich begleitet.

Als weitere Hochschule, die Studierende mit Schwerpunkt Agrar ausbildet, taucht die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Ranking der Kategorie "große Hochschulen" auf. Sie erhält Platz 16. Ihr werden "durchschnittliche Leistungen" und "Leistungen mit Verbesserungspotenzial" bescheinigt. Verglichen mit der Erhebung in 2012 habe es keine oder nur kleine Veränderungen gegeben, analysiert der Stifterverband im Gründungsradar 2018.

Darüber hinaus erreicht die Hochschule Anhalt hat in der Kategorie "mittelgroße Hochschule" (5.000 - 15.000 Studierende) unter 54 teilnehmenden Hochschulen den 6. Platz. Damit habe die Gründungskultur an der Fachhochschule gegenüber einer Erhebung im Jahr 2012 um 10 bis 20 Prozent zugenommen, analysiert der Stifterverband. Neben der Hochschule Anhalt haben die Hochschule Osnabrück und die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), die ebenfalls Studiengänge mit Schwerpunkt Agrar anbieten, an dem Ranking in der Kategorie "mittelgroße Hochschule" teilgenommen. Die Hochschule Osnabrück erreicht wie die HfWU nur einen der hinteren Ränge. Beiden werden "Leistungen mit Verbesserungspotenzial" bescheinigt. An der Erhebung in 2012 hat die Hochschule Osnabrück nicht teilgenommen. Die HfWU schon, ihr werden allerdings "keine oder nur kleine Veränderungen zur Vorerhebung" bescheinigt.
 
Im Gründerzentrum "Found it!" der Hochschule Anhalt werden Interessierte mit Ideen für eine Ausgründung beraten. Ausgründungen mit Schwerpunkt Agrar habe es bisher nicht gegeben, weil es für diesen Bereich noch keine Förderung gebe, teilt eine Sprecherin mit.
Kriterien für das Ranking
Der Gründungsradar beurteilt die Gründungskultur anhand der vier Bausteine Institutionelle Verankerung, Sensibilisierung, Unterstützung und Gründungsaktivitäten, so der Stifterverband. Dafür würden vor allem quantitative Indikatoren genutzt. In der Regel gelte: Je mehr eine Hochschule in einem Handlungsfeld macht, desto besser das Abschneiden im Ranking. Aussagen über die Qualität der Gründungsförderung, zum Beispiel zur inhaltlichen Qualität gründungsrelevanter Veranstaltungen, erlaube der Gründungsradar jedoch nicht.



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