Europas Lebensmittelhersteller nutzen Hülsenfrüchte wieder häufiger: Innerhalb von vier Jahren stieg die Anzahl von Produkten aus Bohnen, Linsen oder Soja um rund 40 Prozent. Wissenschaft und Politik wollen mehr.

Foto: Universität Hohenheim / Dorothea Elsner
Besonders Fleischersatzprodukte kommen beim Verbaucher gut an. Diese hätten eine Wachstumsrate von 450 Prozent auf dem europäischen Markt, gefolgt von Pasta mit einem Anstieg von rund 300 Prozent und Snacks aus Bohnen mit einem Zuwachs von rund 130 Prozent, wie Ergebnisse des europaweiten Forschungsprojektes "True" zeigen. An diesem Projekt ist unter anderem die Universität Hohenheim in Stuttgart beteiligt, die den Anbau von Körnerleguminosen vorantreiben will.

Seit Mitte 2013 sind weltweit rund 30.000 neue Produkte aus Erbsen und Bohnen, Soja und Lupinen auf den Markt gekommen. Die höchste Wachstumsrate war auf dem europäischen Markt zu verzeichnen: 40 Prozent mehr Produkte mit Körnerleguminosen eroberten hier die Lebensmittelmärkte. Spitzenreiter sei das Vereinigte Königreich, in dem 19 Prozent der neuen Produkte in Europa zu finden waren, gefolgt von Frankreich (14 Prozent) und Deutschland (13 Prozent). Am häufigsten werden grüne Bohnen verarbeitet, doch Kichererbsen holen auf, gefolgt von Linsen.

Universität Hohenheim untersucht politische Förderinstrumente

Um die gesteigerte Nachfrage mit heimischen Rohstoffen zu decken, müsste der Anbau von Körnerleguminosen ausgebaut werden, urteilt die Universität Hohenheim. Hindernisse für den Anbau sind derzeit noch der Mangel an Ertragssicherheit und Wirtschaftlichekeit. Doch bundesweite Netzwerke, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert werden, helfen mittlerweile bei der Sortenwahl. Die Universität Hohenheim untersucht Förderinstrumente, die greifen könnten, um den Anbau zu stärken.

Das europaweite Projekt True wird mit 5 Mio. € von der Europäischen Union gefördert. Beteiligt sind 24 Projektpartner aus elf Ländern – Kroatien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Irland, Portugal, Slowenien, Spanien und Kenia.

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