Karrieretag Kiel

Firmen wünschen sich ‚Soft Skills‘


foto: has

Agrarstudenten trafen an diesem Mittwoch auf zahlreiche Firmenvertreter an der Universität Kiel. Die ersten Berufskontakte wurden geknüpft.

„Die Uni kann nicht alles leisten“, eröffnete Dr. Rolf Schwerdtfeger, VDL Bundesverband Agrar Ernährung Umwelt, die Podiumsdiskussion auf dem Agrar-Karrieretag der agrarzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Doch was setzen Arbeitgeber denn nun alles bei Absolventen voraus? Dieser Frage widmeten sich verschiedene Firmenvertreter der Agrarbranche. Während Schwerdtfeger betonte, dass viele Fertigkeiten im späteren Berufsleben noch reifen müssten, trifft das im Grunde genau den Nerv der Zeit und vieler Unternehmensvertreter.

Diese vermissen häufiger die persönliche Reife sehr junger Berufsanfänger oder bemängeln gar, wie wenig Berufseinsteiger von den Abläufen in großen Konzernen wissen. Wie funktioniert ein Unternehmen? Eine Antwort lautet: Der Bereich Controlling ist verdammt wichtig. Doch solches Wissen sammelt nur derjenige, der bereits im Studium in die Unternehmenswelt eintaucht. Praktika, Praktika, Praktika raten die alteingesessenen Berufsberater daher den Agrarstudenten an der CAU.

Karrieretag in Kiel : Zwischen Hörsaal und Infostand




Das hilft auch bei einer späteren Bewerbung nach dem Studienabschluss. Je mehr Erfahrungen Studenten machen, desto leichter fällt es, eine Bewerbung zu schreiben, die Personalern aufgrund konkreter Vorstellungen in Erinnerung bleibt. „Wir wollen keine 0815-Bewerbung“, sagt Andreas Arlinghaus, der beim Futtermittelproduzenten und Agrarhändler Bröring als Fachberater Rind arbeitet. Nichtsdestotrotz genieße man dort als blutjunger Berufsanfänger die ersten zwölf Monate „Welpenschutz“. „Ich bin quasi rund um die Uhr zu erreichen, wenn es Probleme gibt“, sagt Arlinghaus.

Gerne werden Bewerbungen angenommen von Leuten, die sich vorher sortiert haben. Wer beispielsweise als Berater im Vertriebsaußendienst arbeiten möchte, sollte eine gewisse Praxisorientierung mitbringen und wissen, mit welchen Problemen sich Tierhalter täglich im Stall auseinandersetzen müssen. Während die Firmen meist auf der Suche nach Vertriebs- und Verkaufsberatern sind und dafür bereits Bachelorabsolventen begeistern wollen, beteuert Dr. Torben Tiedemann, dass sich auch ein langes Studium mit Doktorarbeit auszahlen kann. Er arbeitet als Steuerberater im Landwirtschaftlichen Buchführungsverband (LBV). Ein wirtschaftswissenschaftlicher Schwerpunkt und eine gewisse Affinität zu Zahlen ist für diesen Beruf unerlässlich. Darüber hinaus wünschen sich alle Firmen Kommunikationsfähigkeiten und soziale Kompetenzen. „Soft Skills spielen eine große Rolle“, fasst ein Vertreter für die Runde zusammen.

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