Pflanzen binden das Treibhausgas Kohlendioxid. Eine neue Studie des Karlsruher KIT weist nun darauf hin, dass sich die CO2-Aufnahmekapazität verringern wird.

Pflanzen nehmen bei der Photosynthese einen Teil der CO2-Emissionen aus der Atmosphäre auf. Damit tragen sie zum Klimaschutz bei. Die Umnutzung von Wäldern in Agrarflächen beschleunige aber den Klimawandel, betonen Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Sie plädieren dafür, in Klimaprojektionen die Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen noch mehr zu berücksichtigen. Denn der Landnutzungswandel habe einen wesentlichen Einfluss auf die künftige CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre.

Die Forscher des KIT haben Resultate von fünf gängigen Klimamodellen zusammengefasst und für 25 Weltregionen Variablen betrachtet, um besser zu verstehen, welche Landnutzungsänderungen sich in welchem Maße auf die CO2-Speicherung in der Vegetation auswirken. Die Szenarien unterscheiden sich zum Beispiel darin, wie viel Blattfläche im Verhältnis zur Bodenfläche vorhanden ist, wie stark die jeweils vorhandenen Pflanzen wachsen, und wie lange eine Pflanze wächst, bevor sie abstirbt und wiederum CO2 in die Atmosphäre abgibt.

„Wir haben aufgezeigt, wie wichtig es ist, die Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen in Klimaprojektionen einzubeziehen und die Modelle anzupassen, hier besteht noch viel Verbesserungsbedarf“, so die KIT-Umweltforscherin Professorin Almut Arneth vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung. Die Studie bestätige, wie wichtig es sei, vor allem die Entwaldung global und in den Tropen zu verringern.

Gleichzeitig machen die Wissenschaftler eine weitere, möglicherweise noch wichtigere Beobachtung.„Der CO2-Anstieg in der Atmosphäre ist derzeit geringer, als aufgrund der anthropogenen Emissionen zu erwarten wäre“, erklärt Arneth.

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