Klimaschutz

Wiesen und Felder als Kohlenstoffspeicher

Forscher werten derzeit Bodenproben von landwirtschaftlichen Flächen aus. Das Bundeslandwirtschaftsministerium will wissen, welches Speicherpotenzial Humus für das Treibhausgas Kohlenstoff hat.

Nach sieben Jahren hat das Thünen-Institut eine bundesweite bodenkundliche Untersuchung abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts wurde der Boden von Feldern und Wiesen bis in einen Meter Tiefe untersucht, um zu bestimmen, welche Kohlenstoffmenge in landwirtschaftlichen Böden als Humus gespeichert ist. Ziel des Projekts ist es, das Potenzial landwirtschaftlicher Böden für den Klimaschutz zu ermitteln.

Jede Tonne Kohlenstoff, die im Boden festgelegt ist, entlastet die Atmosphäre vom Treibhausgas Kohlendioxid. In zehn Jahren soll der Boden erneut untersucht werden, um eine mögliche Veränderung des Humusvorrats zeigen zu können. „Dies würde uns ermöglichen, Veränderungen des Humusvorrats aufzuzeigen und den Beitrag der deutschen Landwirtschaft zum Klimaschutz durch den Erhalt und den gezielten Aufbau von Humus zu dokumentieren“, teilt Dr. Axel Don vom Thünen-Institut mit. „Eine Landwirtschaft, die Humus aufbaut, macht die Böden außerdem fit für die Zukunft, denn sie verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und die Struktur des Bodens. Damit werden Böden und Pflanzen weniger anfällig für Trockenstress und andere Wetterextreme“.

Die Ergebnisse aus rund 160.000 Bodenproben an 3.100 Standorten werden derzeit in Braunschweig im Bodenlabor des Thünen-Instituts ausgewertet. Bis Ende des Jahres sollen Ergebnisse vorliegen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Arbeit in Auftrag gegeben.  

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