Konzepte für den Klimaschutz

Garaus den Treibhausgasen

Karrieretag an der Universität Rostock: Die 28-jährige Carolin Klatt erzählt von ihrem Berufseinstieg.
Bild: ITMZ Universität Rostock
Karrieretag an der Universität Rostock: Die 28-jährige Carolin Klatt erzählt von ihrem Berufseinstieg.

Carolin Klatt streikt zwar nicht für den Klimaschutz. Trotzdem arbeitet die junge Agrarwissenschaftlerin an der Reduktion von Treibhausgasen. Für die Stadt Gadebusch gestaltet sie ein entsprechendes Projekt.

Die 28-jährige Carolin Klatt hat einen Job, der inhaltlich den Puls der Zeit kaum besser treffen könnte. Die Agrarwissenschaftlerin, die an der Universität Rostock studiert hat, entwickelt derzeit ein Klimaschutz-Konzept für die Stadt Gadebusch in Mecklenburg-Vorpommern. "Für das Konzept analysieren wir zunächst, welche Sektoren wie viel Energie verbrauchen und Treibhausgas ausstoßen. Anschließend berechnen wir, welches Potenzial für dessen Einsparung existiert", erläutert Klatt ihre Tätigkeit. Entsprechend umfasse das Ergebnis Maßnahmen, die in der Praxis zu deutlich weniger Ausstoß führten. Als Beispiel: Im Verkehrssektor könnte eine wirksame Maßnahme sein, mehr verkehrsberuhigte Zonen zu integrieren. Effektiv seien darüber hinaus die Sanierung öffentlicher Gebäude oder die Wärme- und Stromproduktion durch Wind- und Sonnenenergie. "Auch landwirtschaftliche Betriebe bieten meist viel Einsparpotenzial – zum Beispiel mit einer bestehenden Biogasanlage", sagt Klatt. Die junge, engagierte Frau arbeitet seit eineinhalb Jahren bei der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, die Projekte zur Agrarstrukturverbesserung und zur Regionalentwicklung leitet.

"Ich wollte unbedingt in einem Job arbeiten, der sich mit erneuerbaren Energien beschäftigt", erzählt die heimatverbundene Klatt. Gebürtig aus dem Ortsteil Stepenitz in Brandenburg, zog es Klatt zum Studium an die Universität Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Zum Berufseinstieg war es ihr wichtig, in dem Bundesland Fuß zu fassen. Ihre Faszination für die erneuerbaren Energien entdeckte sie bereits während ihres Studiums an der Universität Rostock, zunächst im Bachelorstudiengang Agrarökologie, der heute in Agrarwissenschaften umbenannt ist. Und später im Masterstudiengang Pflanzenproduktion und Umwelt. Eines ihrer Pflichtpraktika absolvierte Klatt nämlich auf einer Biogasanlage im Landkreis Ost-Prignitz in Brandenburg. Das war vor rund neun Jahren. "Damals boomte der Bau von Biogasanlagen." Die Anlage, die Klatt kennenlernte, war eine klassische Nawaro-Anlage mit Einsatz von Ko-Substraten. Das heißt, diese wurde mit nachwachsenden Rohstoffen, darunter Mais- und Ganzpflanzensilage sowie Rinder-, Schweinegülle oder Hühnertrockenkot, "gefüttert". "Diese neue Entwicklung zu verfolgen – das war aufregend für mich", sagt sie rückblickend.

Klatt studierte zu diesem Zeitpunkt zwar Landwirtschaft, doch die Spezialisierung auf erneuerbare Energien an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät ist kein Problem. Sie schwärmt von ihrer Zeit als Bachelorandin, Masterstudentin und wissenschaftliche Hilfskraft für die Professur Agrartechnologie und Verfahrenstechnik. "Mit meinen Betreuern Dr. Jörg Burgstaler und Dr. Denny Wiedow hatte ich wahnsinnig viel Glück. Ich konnte neben meiner Arbeit im Labor zahlreiche Veranstaltungen mit beiden besuchen und Netzwerke knüpfen." Erste Berufserfahrungen sammelte Klatt nach ihrer Masterarbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock. Seither ist Klatt versiert in klassischer Forschungsarbeit, wenn es um den Biogasprozess geht: Dazu zählen die Bestimmung von verschiedenen Analyseparametern, wie beispielsweise die Trockensubstanz oder die Untersuchung der Wirkung von Zusatzstoffen auf die Biogaserzeugung.

"Berufsfit haben mich aber auch andere Dinge gemacht", meint Klatt. "Heute ist es wichtig, dass ich gut kommunizieren kann, sowohl in Textform als auch im Gespräch." Im Wesentlichen habe sie das üben müssen, weil sie bereits als wissenschaftliche Hilfskraft für einen Online-Kurs zu Bioenergie vor der Kamera stand und Vorträge halten musste. "Für das Klimaschutz-Konzept diskutiere ich derzeit mit rund 20 Vertretern verschiedener Berufsgruppen, darunter Landwirtschaft, Wohnungsgesellschaften, Bauausschüssen und Naturschutzverbänden, in einer Arbeitsgruppe", schildert sie die Herausforderungen ihres jetzigen Arbeitplatzes. Erste Ergebnisse erwartet Klatt mit Spannung bis Jahresende.

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