Neuartige Lebensmittel

Stiftung unterstützt Insektenburger-Startup


Seit Jahresbeginn dürfen auch in Deutschland Insekten als Nahrungsmittel angeboten werden. Eine Stiftung aus Osnabrück unterstützt nun ein Start-up, das Insektenburger herstellt, mit einer ordentlichen Finanzspritze.

Das Start-up Bugfoundation aus Osnabrück hat im April Deutschlands ersten Insektenburger auf den Markt gebracht. Innerhalb eines Forschungsprojekts mit der Hochschule Osnabrück wird jetzt ihre Markteintrittsstrategie analysiert. Dafür erhalten sie eine Förderung der Aloys & Brigitte Coppenrath Stiftung von rund 200.000 €.

„Die Unterstützung erlaubt uns, mit verschiedenen Marketingstrategien zu experimentieren, sie in der Praxis auszutesten, im wissenschaftlichen Kontext auszuwerten und weiterzuentwickeln“, sagt Max Kultscher, Manager und Partner bei Bugfoundation. Er studiert gemeinsam mit Gründer Baris Özel Betriebswirtschaft an der Hochschule Osnabrück. Das 2014 gegründete Jungunternehmen entwickelt und vertreibt insektenbasierte Lebensmittel.

Bislang gibt es jedoch keine wissenschaftliche Literatur oder Fallstudie, die sich mit der erfolgreichen Einführung und Vermarktung von neuartigen Lebensmitteln beschäftigt. „Was erwarten Verbraucher von neuartigen Produkten? Wie und auf welchen Kanälen kann ich die Konsumenten am besten erreichen und wie sieht eine gute Preisstrategie aus, wenn es noch keine Konkurrenz gibt? Das sind alles offene Fragen, mit denen wir uns in dem Forschungsprojekt auseinandersetzen“, erklärt Projektleiterin Prof. Karin Schnitker von der Hochschule. Das Ziel: „Wir hoffen, ausreichend Erfahrung und Kenntnisse zu sammeln, um anderen Start-ups aus der Lebensmittelbranche den Einstieg in den Markt zu erleichtern“, so Kultscher.

Stiftung fördert Gründer in Osnabrück

Die Aloys & Brigitte Coppenrath Stiftung fördert erfolgversprechende Start-up-Projekte aus der Wirtschaftsregion Osnabrück. „Wir finden es ausgesprochen spannend, ob sich zum einen Ernährungsgewohnheiten langfristig verändern lassen und zum anderen, ob ein solch wirklich neues Produkt helfen kann, die Nahrungsmittelproduktion insgesamt verträglicher zu machen“, erläutert Stifterin Brigitte Coppenrath ihr Förderinteresse. Stiftungsvorstand Andreas Pache ergänzt: „Für solch ein ambitioniertes Projekt braucht es neben der Idee Mut, Gründergeist und Durchhaltevermögen. Das sehen wir alles bei der Bugfoundation.“

Das Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück trägt den Titel „Best Practice – Die erfolgreiche Markteinführung von Novel Food Produkten am Beispiel insektenbasierter Lebensmittel in Deutschland. Es läuft noch bis 2020.

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