Symbolträchtig: In vier Jahren soll hier ein neuer Gebäudekomplex für Forschung und Lehre entstehen.
Foto: Fibl
Symbolträchtig: In vier Jahren soll hier ein neuer Gebäudekomplex für Forschung und Lehre entstehen.

Mit einem Spatenstich hat der Bau für einen neuen Forschungs- und Bildungscampus am Schweizer Institut für biologischen Landbau (Fibl) begonnen. Neben einem größeren Lehrangebot für Studierende sollen Landwirte mit neuen Produkten im Pflanzenschutz versorgt werden.

Am Fibl im schweizerischen Frick wird sich in den kommenden vier Jahren einiges verändern. Kürzlich hat der symbolische „Spatenstich“ den Baubeginn für neue Laborplätze, Büroräume, einen Campus, Gewächshäuser und einen Kuhstall, der Vorbildcharakter haben soll, eingeläutet. Dafür investiert das Fibl 25 Mio. CHF, umgerechnet sind das rund 22 Mio. €. Mit dem Ausbau des Campus sollen mehr als 100 Arbeitsplätze entstehen.

Mit dem künftigen Forschungs- und Bildungscampus gehen selbst gesteckte Ziele einher, von denen auch Landwirte profitieren sollen. Das Institut will beispielsweise neue, biologische Pflanzenschutzmittel entwickeln, dazu zählen sogenannte ‚Botanicals und Biocontrol‘. Dafür steht der Bau von Produktionsanlagen, beispielsweise Fermentern, auf der Agenda. Darüber hinaus könnten Nutzpflanzen, die Nährstoffe besser aufnehmen und Schädlinge besser abwehren können, Landwirten in die Hände spielen. Für Sortenempfehlungen werde die Prüfung auf Biobetrieben ausgebaut. In puncto Unkrautregulierung soll die Fernsteuerung mechanischer Geräte verbessert werden.

Neues Angebot: Summer Schools für Studierende

Die Lehre am Fibl ermöglicht Studenten bereits jetzt, ihre Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit anzufertigen. Durch den Ausbau würden mehr Plätze frei, teilt das Fibl mit. Außerdem seien Summer Schools und ein interdisziplinärer Masterkurs in Kooperation mit einer Universität geplant, an denen sowohl europäische als auch internationale Studierende teilnehmen können.

Außerdem hat das Institut den Bau eines artgerechten Kuhstalls angekündigt. Die große Halle werde flexibel eingerichtet, damit die behornten Kühe sowohl ungestört als auch gesellig sein können. Für die medizinische Versorgung der Nutztiere werde an neuen, nicht-chemischen Medikamenten geforscht.

Das Fibl umfasst sechs Abteilungen, diese sind „Bodenwissenschaften“, „Nutzpflanzenwissenschaften“, „Nutztierwissenschaften“, „Sozioökonomie“, „Beratung und Bildung“ und „Internationale Zusammenarbeit“. Der Fibl-Direktor Urs Niggli verglich die Entwicklung des Instituts mit einer amerikanischen Tellerwäscher-Geschichte. Vor fast 30 Jahren zählte das Fibl nur 20 Mitarbeiter. Mittlerweile arbeiten dort mehr als 200 Mitarbeiter in der Schweiz und nochmals 100 in Deutschland, Österreich, Ungarn und Frankreich. Seit vergangenem Jahr hat das Institut auch einen Sitz in Brüssel.

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