Österreich baut Biotechnologie aus

Die Wiener Universität für Bodenkultur eröffnet ein neues Wissenschaftszentrum. Die Schwerpunkte liegen auf der Agrar- und Umweltbiotechnologie. Am morgigen Donnerstag weiht die Universität für Bodenkultur (Boku) ihr fachübergreifendes Universitäts- und Forschungszentrum (UFT) im niederösterreichischen Tulln ein. Das neue Haus wird auf etwa 15.000 m2 Fläche Platz für rund 350 Wissenschaftler bieten, unter anderem Arbeitsgruppen der Boku und des Austrian Institute of Technology. Die Forschung konzentriert sich auf die Bereiche Nachwachsende Rohstoffe, Mikroorganismen, Holz- und Fasern sowie biobasierte Technologien. Zum Beginn des jetzigen Wintersemesters werden etwa 250 Wissenschaftler ihre Arbeit aufnehmen. Mit dem Abschluss des Ausbaus sollen bis zu 350 Plätze zur Verfügung stehen.

Der Forschungskoordinator für die Agrarbiotechnologie, Dr. Clemens Borkenstein, sieht dabei noch genügend Raum für neue wissenschaftliche Projekte. Das UFT sei stark an wissenschaftlichen Kooperationen in der Agrar- und Umweltbiotechnologie interessiert. Denkbar seien auch Praktika für den interessierten Nachwuchs. „Jedes neue Projekt ist willkommen“, sagt Borkenstein.

Die Errichtung und der Betrieb des etwa 45 Mio. € teuren UFT wurde durch Förderungen des Landes Niederösterreich ermöglicht. Die Universität zieht dort als Mieter ein. Denn grundsätzlich weist die finanzielle Ausstattung der Boku hohe Defizite auf. Nach Angaben der Universität werden zwischen den Jahren 2013 und 2015 etwa 33 Mio. € für die Deckung des laufenden Betriebes fehlen. (kbo)
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