Ohne Pflanzenschutz, aber mit Mineraldünger: Forscher experimentieren auf dem Feld.
Foto: Universität Hohenheim/Klaus Wallner
Ohne Pflanzenschutz, aber mit Mineraldünger: Forscher experimentieren auf dem Feld.

Auf dem Acker der Zukunft ist das Spritzen passé – zumindest in der Vorstellung von Forschern. Um trotzdem hohe Erträge zu generieren, experimentiert die Universität Hohenheim mit einer neuen Strategie.

Es ist ein Dilemma, vor dem die Landwirtschaft steht: Zwar stößt der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln bei Verbrauchern zunehmend auf Skepsis. Doch die Alternative – der Ökolandbau – könnte die Weltbevölkerung nicht ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen. Eine neue Ackerbaustrategie soll Abhilfe schaffen: Pflanzenschutz wird nicht angewendet, dafür aber Mineraldünger eingesetzt.

Um das zu untersuchen, haben die Universitäten Hohenheim und Göttingen sowie das Julius-Kühn-Institut (JKI) nun ein auf viereinhalb Jahre angesetztes Forschungsprojekt ins Leben gerufen. "Ziel sind hohe Erträge, bei gleichzeitiger Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, auch durch den Einsatz mineralischer Dünger", erklärt der Sprecher des Projekts, Prof. Enno Bahrs von der Universität Hohenheim. Dafür werden zunächst Flächen auf dem Meiereihof, einem der Versuchsbetriebe der Uni Hohenheim, auf entsprechende Anbausysteme umgestellt.

Neue Fruchtfolge

Parallel dazu laufen Versuche unter anderem auf den Flächen des JKI in Dahnsdorf, später sollen Flächen von Landwirten in ganz Deutschland in gleicher Weise bewirtschaftet werden. In den neuen Anbausystemen kommt eine andere Fruchtfolge aus Halm- und Blattfrüchten, mit Winter- und Sommerfrüchten, zur Anwendung. Neben Getreide und Mais würden auch Eiweißpflanzen und Zwischenfrüchte integriert. Dies diene dem präventiven Pflanzenschutz und dem Humusaufbau im Boden. Die Forscher wollen neben dem Ertrag die Folgen auf Schaderreger sowie Unkräuter erfassen. Zentral sei dabei die Unkrautbekämpfung durch automatisierte und digitalisierte Hacktechnik. Außerdem werde die Wirkung auf bestäubende Insekten und auf den Boden geprüft. Das Projekt wird mit 5,3 Mio. € vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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