Regionaler Klimawandel

Hotspot Baden-Württemberg

Heiße Aussichten: Im Weiter-wie-bisher-Szenario nehmen Hitzeperioden stark zu. Wird hingegen das 2-°C-Ziel eingehalten, könnten Landwirte mit weniger Wetterkapriolen davonkommen. Ein Netzwerk aus Klimaforschern hat die Daten in dieser Woche in Wiesbaden veröffentlicht.

Für das künftige Klima in Deutschland gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht, die Landwirte interessieren dürfte. Die schlechte: Bei einem "Weiter-wie-bisher-Szenario" wird es besonders im Südwesten heißer. Landwirte in Baden-Württemberg sind betroffen. An vielen aufeinanderfolgenden Tagen könnte im Sommer der Regen ausbleiben. Im Nordosten bleibt es hingegen unverändert feucht. Grundsätzlich erhöht sich die Jahresdurchschnittstemperatur im "Weiter-wie-bisher-Szenario" um wahrscheinlich fast 4 °C.

In puncto Niederschläge haben die Forscher große Unterschiede zwischen den Jahreszeiten errechnet: Im Winter nehmen die Niederschläge signifikant zu. "Da es wärmer wird, werden im Winter die Hochdruckgebiete aus Sibirien zurückgedrängt. Stattdessen haben wir mehr atlantische Tiefdruckgebiete", erläutert Prof. Wulfmeyer. Folglich steige auch die Gefahr für Hochwasser, weil es mehr regnet als schneit.

Konsequenzen für Weizenanbau

Die steigenden Temperaturen gefährden den Anbau von ertragreichem Winterweizen, weil dieser zum Wachstum eine Frostperiode benötigt, teilte Prof. Volker Wulfmeyer, Klimaforscher an der Universität Hohenheim, mit.

Die gute Nachricht: Das in Paris vereinbarte Ziel, den Temperaturanstieg auf 1,5 bis 2 ° C zu begrenzen, lässt sich noch erreichen, wenn die Vereinbarungen eingehalten werden. Dieses positive Beispiel nennen die Forscher "Klimaschutz-Szenario". Rechenmodelle zeigen, dass sich die Erde unter diesen Rahmenbedingungen im 21. Jahrhundert nur um rund 1 °C erwärmen würde.

Für das Projekt mit dem Tiel "ReKliEs-Deutschland", wurde zwischen September 2014 bis Dezember 2017 eine Datenbasis geschaffen. Beteiligt sind das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, das Climate Service Center Germany, der Deutsche Wetterdienst, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das Deutsche Klimarechenzentrum, sowie die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg und die Universität Hohenheim. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 3 Mio. € gefördert. 

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