Resistenzforschung

Comeback der Sonnenblume

Damit die Ölpflanze dem gefürchteten Mehltau trotzen kann, haben Forscher nach Resistenzgenen gesucht. Ihrem Anbau auf dem deutschen Acker könnte dies neuen Schwung verleihen.

Die Sonnenblume ist anfällig für Pilzerkrankungen wie den Mehltau. Um die Ölpflanze besser zu wappnen und ihr damit zu einem Comeback auf dem deutschen Acker zu verhelfen, haben Forscher im Rahmen des Projekts „Sunrise“ nach molekularen Markern für Resistenzgene gesucht, berichtet das Online-Portal Bioökonomie.de. 

Das Ziel war es, für die Sonnenblume kostengünstige molekulare Marker zu entwickeln, die in der Züchtung eingesetzt werden können. Als Ergebnis des Forschungsprojekts ist ein Genotypisierungs-Chip entstanden. Mithilfe der Marker hat man schnell ein Bild, ob die Pflanze eine gewünschte Resistenz trägt oder nicht. Sie muss nicht mehr phänotypisiert – sprich, in ihrem Erscheinungsbild vermessen – werden, sondern man kann bereits im Keimlingsstadium ein Stück Blatt entnehmen, daraus DNA extrahieren und mithilfe der Marker das Erbgut analysieren. Dies sehen Züchter als großen Zeitgewinn, was Kosten spart. Außerdem unterstützt der Chip bei der genomischen Selektion auf ertragreiche Sorten. Resistenzgene sind wichtig, um die Sonnenblume zu schützen, das gewährleistet einen stabilen Ertrag.

Die identifizierten Marker bilden zudem den Grundstock für das Nachfolgeprojekt „Innosun“, das im April 2017 gestartet ist und vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird. Im Rahmen des Projekts nutzen die Forscher das neue Werkzeug, um mittels genomischer Selektion gezielt Ölertrag und Ölqualität der Sonnenblume vorherzusagen. 

Sunrise“ wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Projekts Plant 2030 zwischen 2012 und 2015 mit insgesamt 1,26 Mio. € gefördert. An dem Vorhaben waren neben der KWS Saat auch die Universität Hohenheim, die Technische Universität München und das Gaterslebener Biotechnologie-Unternehmen Trait Genetics beteiligt.

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