Gedeiht Soja auch im rauen Norden? Darauf will die Universität Hohenheim gemeinsam mit einem Tofuhersteller eine Antwort finden. Hobbygärtner spielen darin eine besondere Rolle.

Heimisches Soja gedeiht bekanntlich nur in wärmeren Regionen Deutschlands, wie Südbaden. Um dies zu ändern riefen die Universität Hohenheim und der Tofuhersteller Taifun-Tofu im Jahr 2016 das Projekt „1000 Gärten - Das Soja-Experiment“ ins Leben. Deutschlandweit pflanzten Hobbygärtner dafür neue Kreuzungen im eigenen Garten an, um zu testen wie diese gedeihen und ob sie sich zur Tofuherstellung eignen. Jetzt geht das Projekt in die zweite Runde: Ab dem 15. Dezember können sich Freiwillige anmelden, um mitzumachen.

Teilnehmer säen auf 6 qm Sojabohnen aus. Sie müssen diese über die Vegetationsphase pflegen und beobachten. Hobbygärtner mit und ohne Schrebergarten sind genauso willkommen wie Schulklassen und Landwirte. Sie erhalten Versuchssaatgut von 12 verschiedenen Sojakreuzungen, die an die jeweilige Klimazone angepasst sind. Im Rahmen des Projekts werden rund 1.000 verschiedene Sojastämme getestet.

Die Daten über Größe der Pflanzen, Ertrag und Reife erfassen die Sojagärtner auf einer eigenen Online-Plattform, damit sie wissenschaftlich ausgewertet werden können. Anhand der eingesandten Ernte werden schließlich Eiweiß- und Fettgehalt der Sojabohnen sowie Tofu-Eigenschaften untersucht. Bisher lag der Eiweißgehalt größenteils im üblichen Mittel zwischen 35 und 45 Prozent, teilt der Tofuhersteller auf seiner Webseite mit. Reif waren die Pflanzen zwischen Anfang Juli und Anfang Dezember. Kreuzungen, die gut abgeschnitten haben, werden nun in der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim auf ihre Leistung geprüft.




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