Stipendium

„Das ist eine Horizonterweiterung“

Foto: Privat

Masterstudent Michael Lütke-Dörhoff hat es geschafft: Im vergangenen Jahr wählte die Edmund-Rehwinkel-Stiftung den Agrarwissenschaftler für ein Stipendium aus. Der junge Mann ist erstaunlich klar strukturiert.

az: Wie werden Sie als Stipendiat unterstützt?

Lütke-Dörhoff: Neben der finanziellen Unterstützung, die 500 Euro pro Monat über die gesamte Laufzeit von zwei Jahren beträgt, bestehen zudem vielfältige Möglichkeiten der individuellen und persönlichen Förderung.

Viele Ihrer Studienkollegen sind sicherlich in keinem Stipendienprogramm. Was hat Sie zur Bewerbung motiviert?

Lütke-Dörhoff: Ich bin zunächst mit offenen Augen ans Werk gegangen. Der Flyer der Edmund- Rehwinkel-Stiftung, der in der Hochschule auslag, hat mein Interesse geweckt. Da die Förderung von agrarwissenschaftlicher Forschung im Mittelpunkt des Stiftungszwecks steht, habe ich mich schließlich dazu entschlossen, mich zu bewerben.
Zur Person
Der 24-jährige Michael Lütke-Dörhoff kennt die westfälische Landwirtschaft seit Kindesbeinen an. Nach seinem Realschulabschluss hat er eine Ausbildung zum Landwirt abgeschlossen. Anschließend hat er in Münster an der Fachoberschule die Fachhochschulreife mit Fachrichtung Agrarwirtschaft erworben. Jetzt studiert er an der Hochschule Osnabrück und ist Stipendiat der Edmund-Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank.


Oftmals locken Förderprogramme zusätzlich mit Kontakten zu einem Netzwerk innerhalb der Branche. Ist das wichtig für Sie?

Lütke-Dörhoff: Das sehe ich durchaus als Chance für meine künftige Berufsentwicklung. Im Rahmen des Stipendiums habe ich bereits an Exkursionen nach Berlin und Frankfurt teilgenommen. Dort traf ich unter anderem den DBV-Präsidenten Joachim Rukwied und den WLV-Präsidenten Johannes Röring. So besteht die Möglichkeit, wichtige Persönlichkeiten der Agrarbranche auf Messen und Veranstaltungen der Rentenbank kennenzulernen. Zwar hat sich noch nichts Konkretes ergeben, aber zu sehen, wie die Agrarlobby arbeitet, ist eine Horizonterweiterung. Zudem genieße ich den fachlichen und persönlichen Austausch mit den anderen Stipendiaten.
„Es ist gut, eine landwirtschaftliche Ausbildung in der Tasche zu haben.“
Michael Lütke-Dörhoff, 


Von Ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung auf einem sauenhaltenden Betrieb bis hin zu Ihrem Masterstudiengang mit Fokus auf die Tierernährung macht es den Anschein, Sie wüssten genau, was Sie wollen. Ist das ein Kriterium für Sie, um Erfolg zu haben? Oder darf es auch Irrwege geben?

Lütke-Dörhoff: Im Auswahlprozess für das Stipendium kommt es schon gut an, wenn sich die Jury sicher sein kann, dass vor ihnen jemand steht, der einen Karriereplan innerhalb der Agrarbranche hat. Nichtsdestotrotz ist mein späterer Berufsweg völlig offen. Ich kann mir Diverses vorstellen. Ob Produktentwickler, Berater oder Verkäufer – ich lege mich noch nicht fest. Aus meiner Erfahrung kann ich dazu raten, früh praktische Erfahrung zu sammeln, um den eigenen Weg zu finden. Ich hatte den Vorteil, dass ich auf dem elterlichen Hof schon sehr früh erkannt habe, dass mir das Thema Tier Spaß macht.

Warum übernehmen Sie nicht einfach den Hof Ihrer Eltern in Oelde im Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen?

Lütke-Dörhoff: Das ist zwar nicht ausgeschlossen, doch über mein Studium habe ich beruflich mehr Möglichkeiten – und die will ich mir einfach offenhalten. Selbstverständlich bietet das Studium an der Hochschule Osnabrück allen Studierenden auch ein breites Netzwerk. Meine Bachelorarbeit habe ich bei einer Firma, die im Futtermittelbereich tätig ist, geschrieben. Außerdem absolviert jeder Bachelorstudent ein berufspraktisches Projekt.

Welchen Tipp können Sie Realschulabsolventen mit Vorliebe für Landwirtschaft geben?

Lütke-Dörhoff: Das ist natürlich sehr individuell. Aber ich habe sehr davon profitiert, eine landwirtschaftliche Ausbildung in der Tasche zu haben, bevor ich mich nach der Fachhochschulreife ins Studium gestürzt habe. Wer später, so wie ich, in den angewandten Bereich will, dem hilft es bestimmt enorm, wenn er die Praxis kennt. Währenddessen wird klar, ob es wirklich das Richtige ist.
Ran ans Stipendium
Stipendiaten der Edmund-Rehwinkel-Stiftung erhalten eine zweijährige Förderung in Höhe von 500 € pro Monat, die in Ausnahmefällen um sechs Monate verlängert werden kann. Zusätzlich besuchen Stipendiaten Seminare zu Themen wie beispielsweise Führungskompetenz, Persönlichkeits- und Methodentraining. Die Auswahl und Koordination der Seminare übernimmt die Stiftung nach eigenen Angaben in Absprache mit den Stipendiaten. Zudem gibt es die Möglichkeit, an Messen und Veranstaltungen der Rentenbank teilzunehmen, um Branchenkontakte zu knüpfen. Voraussetzungen für das Stipendium sind folgende: Zum Herbst muss ein Masterstudiengang begonnen werden oder die Studierenden müssen sich im 1. Semester des Masterstudiums befinden. Der Studiengang sollte einen agrar- oder ernährungswissenschaftlichen Schwerpunkt haben und an einer deutschen Universität oder Hochschule absolviert werden. Für die nächste Runde kann man sich vom 1. März 2019 bis zum 30. Juni 2019 bewerben.




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