VDL-Studie

Agrarier finden schnell einen Job

VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann und Prof. Dr. Rainer Kühl vom Institut für Betriebslehre der Agrar- und Ernährungswirtschaft der Universität Gießen stellten die Ergebnisse der Absolventenbefragung vor.
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VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann und Prof. Dr. Rainer Kühl vom Institut für Betriebslehre der Agrar- und Ernährungswirtschaft der Universität Gießen stellten die Ergebnisse der Absolventenbefragung vor.

Wie es den Agrarwissenschaftlern beim Studium und beim Eintritt in das Arbeitsleben ergeht, wollte der VDL Berufsverband wissen. Die gute Nachricht vorab: Agrarstudenten sind mit ihrer Hochschule zufrieden.

Das Studium an der Hochschule, an der sie ihren letzten wissenschaftlichen Abschluss erworben haben, beurteilen drei Viertel der befragten Universitäts- und Fachhochschulabsolventen als (sehr) gut. Nur 3 Prozent vergeben hier die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Das ergibt die neueste VDL-Absolventenbefragung, die der Berufsverband mit Prof. Rainer Kühl am Institut für Betriebslehre der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt hat. Rund 550 Absolventen, deren Mehrheit unter 35 Jahre alt war, haben geantwortet.

Der VDL verfolgt mit der Absolventen-Befragung das Ziel, zu ermitteln, ob das Studium die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes noch gut abdeckt. Aus der Sicht ehemaliger Studenten soll beleuchtet werden, an welchen Stellen Anpassungsbedarf besteht. Auch den Themen Gehälter und Gelingen des Berufseinstiegs widmeten sich die Fragen. Und so ist neben der grundsätzlich sehr positiv ausfallenden Hochschulbewertung auch konkrete Kritik an Inhalt und Struktur des Studiums auszumachen. Auch bei den Arbeitgebern sehen die Absolventen Nachbesserungsbedarf.

Die Universitätsabsolventen sind insgesamt unzufriedener mit ihrem Studium als die Fachhochschulabsolventen. Sie wünschen andere oder zusätzliche Lehrinhalte. So hält die Hälfte der Befragten aus Universitäten die Vermittlung von Soft Skills für notwendig, beispielsweise Rhetorik. Auch ein wesentliches Bildungs-Element der Universitäten, nämlich die Vorbereitung auf das wissenschaftliche Arbeiten, sehen 48 Prozent der Befragten als verbesserungswürdig an. 43 Prozent der befragten Universitätsabsolventen wünschen sich außerdem mehr Seminare, Projektarbeiten, Fallstudien und eine häufigere Aktualisierung der Lehrinhalte. "Diese Einschätzung offenbart Verbesserungspotenzial", erklärt Professor Kühl.

Ein Viertel schon vor Studiumsende in Lohn und Brot

Rund ein Viertel der Befragten musste sich keine Sorgen über den Übergang vom Studium in das Berufsleben machen. Denn knapp 25 Prozent der Agrarier hat bereits vor dem Studienabschluss eine Beschäftigung aufgenommen. Bei einem Drittel der Befragten gelang der Wechsel vom Studium zur ersten Arbeitsstelle sehr zügig, nämlich innerhalb von drei Monaten.

Einstieg holprig

Das Anbahnen eines Arbeitsverhältnisses macht den meisten Agrariern also offensichtlich kaum Schwierigkeiten. Das Einfinden in die Berufstätigkeit ist aber für einige holprig. So mussten 35 Prozent der Befragten eigene Qualifikationsdefizite feststellen. Ebenso viele litten unter Stress, Termindruck und Arbeitsüberlastung. Jeder Dritte berichtet , dass er seine beruflichen Vorstellungen nicht durchsetzen kann. Ebenso viele klagen über schwer durchschaubare Entscheidungsprozesse. Diese Probleme sind den einstellenden Unternehmen durchaus bewusst, wurde bei der Vorstellung der Studie in dieser Woche in Berlin deutlich. Unternehmen reagieren mit Einstiegs-, Trainee- und Mentorenprogrammen auf diese Defizite. Ein weiteres Kriterium, das vergleichsweise häufig für Unzufriedenheit sorgt, ist das Einkommen. Wie schon in den Vorgängerstudien sind die angegebenen Gehälter  relativ niedrig. Drei Viertel der Befragten erhielten zu Beginn weniger als 40.000 € brutto jährlich. „Da ist noch Luft nach oben“, erklärt VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann.

Die Studie kann über den VDL für 145 € bezogen werden. Für Mitglieder ist sie kostenlos.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der agrarzeitung.

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