Wissenschaftspreis

Dürre lähmt Mikroben


Wissenschaftler der Universitäten Kiel und Göttingen beobachten wie sich eine verringerte mikrobielle Aktivität auf Stoffkreisläufe auswirkt. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für neue Anbaustrategien dienen.
Universität Kiel
Wissenschaftler der Universitäten Kiel und Göttingen beobachten wie sich eine verringerte mikrobielle Aktivität auf Stoffkreisläufe auswirkt. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für neue Anbaustrategien dienen.

Die Unis in Kiel und Göttingen haben für ein Kooperationsprojekt den Norddeutschen Wissenschaftspreis 2018 erhalten. Es geht um die Auswirkungen von Trockenheit auf mikrobielle Funktionen im Feld.

Das Projekt mit dem Titel "Multi-Meta-Omik" behandelt die Frage, wie sich der Klimawandel auf die norddeutsche Landwirtschaft auswirkt. "Trockenheit und Hitze führen zu einem Rückgang der mikrobiellen Aktivität im Boden", erläutert Prof. Michaela Dippold, Leiterin der Abteilung Biogeochemie der Agrarökosysteme an der Georg-August-Universität Göttingen. Dadurch erhöhe sich der Vorrat an mineralisierbaren Nährstoffen im Boden. Sobald es regnet würden diese ausgewaschen oder als Treibhausgase freigesetzt.
 
Vor diesem Hintergrund forschen die Wissenschaftler daran, wie sich die verringerte mikrobielle Aktivität langfristig auf Stoffkreisläufe in norddeutscher Ackerlandschaft auswirkt. Ziel ist es, die Ergebnisse als Grundlage für neue Anbaustrategien und Fruchtfolgen zu nutzen. Neben der Abteilung Biogeochemie der Agrarökosysteme sind an der Universität Göttingen die Abteilung für Forstbotanik und Baumphysiologie und das Institut für Mikrobiologie und Genetik am Projekt beteiligt.
 
Der Norddeutsche Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre verliehen. Der Preis soll norddeutsche Kooperationen in der Wissenschaft würdigen. Die Wissenschaftsministerien in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg vergeben die Auszeichnung. In diesem Jahr war der Wettbewerb für das Themengebiet „Lebenswissenschaften“ ausgeschrieben. Für das ausgezeichnete Kooperationsprojekt gibt es ein Preisgeld von 125.000 €.

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