Züchtung

Gene aus Wildweizen helfen Sommerweizen auf die Sprünge


Wissenschaftler haben mit Hilfe von Wildweizen den modernen Sommerweizen in einigen Eigenschaften verbessert. Noch vor der Sortenzulassung steht die neue Linie Züchtern zur Verfügung.

Ein großer Teil der Weizenernte wird bekanntlich zum Backen verwendet. Entsprechend sind bestimmte Qualitäten von Weizen, dazu zählt der Proteingehalt, die Kornhärte sowie Sedimentationswerte, bei der Züchtung entscheidend. Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist es nun gelungen, die Qualitätsmerkmale des Weizens bei einer neu gezüchteten Linie zu verbessern, berichtet das Online-Portal Pflanzenforschung.

Kein leichtes Unterfangen

Normalerweise korreliert ein höherer Proteingehalt in den Weizenkörnern negativ mit der Kornernte: je mehr Protein die Körner enthalten, desto weniger Körner produziert die Weizenpflanze. Der Proteingehalt der Körner kann zwar durch eine erhöhte Stickstoffzufuhr im Boden verbessert werden, ökologisch betrachtet stellt eine "Überdüngung" der Böden aber keine nachhaltige Lösung dar.

Wildweizengene verbessern modernen Weizen

Das Kunststück, eine leistungsfähige Weizenlinie mit verbesserten Qualitätseigenschaften zu erzeugen, gelang den Forschern durch Kreuzung zweier moderner Weizensorten mit einer Wildweizenart. So stieg beispielsweise der Proteingehalt der neuen Linie um etwa ein Prozent. "Das mag nicht nach besonders viel klingen. Wenn man aber diesen Wert von einem Korn auf ein ganzes Feld oder die globale Agrarwirtschaft hochrechnet, ergibt sich daraus ein enormer Gewinn", so der Pflanzenforscher Klaus Pillen, Wissenschaftler an der MLU. Auch bei der Nährstoffverwertung war die neue Weizenlinie den Elternpflanzen überlegen: Selbst bei einem geringen Stickstoffgehalt im Boden lieferten sie die gleiche Qualität.

Neue Sorte noch nicht zugelassen

Jede neue Pflanzenlinie muss zunächst beim Bundessortenamt angemeldet, überprüft und bestätigt werden, bevor sie als neue Sorte für den Saatgutverkauf zugelassen wird. Züchter können die neue Weizenlinie aber bereits vor der Sortenzulassung nutzen, um die verbesserten Eigenschaften in ihre Weizenpflanzen einzukreuzen.

Diese Forschung wurde im Rahmen des GABI-Projektes "AB-QTL" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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